Zu Hause sterben

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Werden todkranke Krebspatienten zu Hause gepflegt, verkürzt dies nicht ihre Lebenserwartung.

Ein Wunsch todgeweihter Krebspatienten kann es sein, die letzten Lebenstage zu Hause im Kreis der Angehörigen zu verbringen und dort zu sterben. Möglichen Bedenken, die medizinische Versorgung könne darunter leiden, wodurch sich die verbleibende Lebenszeit verkürzt, stehen jetzt die Ergebnisse einer Studie aus Japan entgegen. In dieser Studie verkürzte eine Betreuung daheim die Lebenserwartung nicht, wie dem Bericht in der Fachzeitschrift Cancer zu entnehmen ist.

An der Studie waren mehr als 2.000 Patienten beteiligt, die an einer unheilbaren Krebserkrankung litten. Rund 1.600 von ihnen starben im Krankenhaus, 460 zu Hause. Bei den Krankenhäusern hatte es sich um spezialisierte Palliativzentren gehandelt. 

Von den Patienten, denen eine Lebenserwartung von einigen Tagen oder Wochen prognostiziert worden war, überlebten diejenigen, die zu Hause gepflegt wurden, einige Tage länger als diejenigen in der Klinik. Bei Patienten mit einer Lebenserwartung von mehreren Monaten gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied in der verbleibenden Lebenszeit. 

Auch wenn in der Analyse verschiedene potenzielle Einflussgrößen berücksichtigt wurden, konnte für die Patienten, die sich vor ihrem Tode hatten zu Hause versorgen lassen, kein Nachteil in Gestalt eines früher eintretenden Todes festgestellt werden, so die Studienautoren abschließend.

 

Quelle:

Hamano, J. et al.: Multicenter cohort study on the survival time of cancer patients dying at home or in a hospital: Does place matter? Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 28. März 2016, DOI: 10.1002/cncr.29844

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 27.07.2017 15:11