Zielgerichtete Therapie nach Chemostrahlentherapie bei Kopf-Halstumoren?

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Momentan offenbar keine Empfehlung.

Patienten mit nicht-operablem Kopf-Halstumor können offenbar nicht davon profitieren, wenn sie nach einer Chemostrahlentherapie noch eine unterstützende, sogenannte adjuvante zielgerichtete Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer erhalten. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

An der klinischen Phase III-Studie hatten 617 Patienten teilgenommen, die an einem Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle, des unteren Rachens, des Kehlkopfes oder des Mundrachens erkrankt waren. Sie erhielten eine Chemostrahlentherapie und sprachen gut darauf an. Bei allen war die Krankheit jedoch lokal bereits fortgeschritten, und sie hatten ein mittleres bis hohes Risiko für einen Rückfall. Deshalb erhielten sie eine unterstützende adjuvante zielgerichtete Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer oder einem Scheinmedikament (Placebo). Ziel dieser adjuvanten Therapie sollte es sein, die Zeit bis zu einem Krankheitsrückfall zu verzögern.

Indes konnte die krankheitsfreie Zeit durch die zielgerichtete Therapie nicht verlängert werden. Gleichzeitig traten unter der zielgerichteten Therapie mehr Nebenwirkungen Grad 3 oder 4 auf, vor allem Hautausschlag (Rötung – Rash), Zahnfleischentzündung und Durchfall. Die Studie wurde deshalb vorzeitig beendet.

Offenbar, so das Fazit der Studienautoren, könne durch die adjuvante zielgerichtete Therapie mit dem gewählten Tyrosinkinasehemmer nach der Chemostrahlentherapie kein zusätzlicher Vorteil für Patienten mit Kopf-Halstumoren mit mittlerem bis hohem Risiko erreicht werden. Ihr Einsatz sei deshalb derzeit nicht zu empfehlen. 

 

Quelle:

Burtness B et al. Afatinib vs Placebo as Adjuvant Therapy After Chemoradiotherapy in Squamous Cell Carcinoma of the Head and Neck. A Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 13. Juni 2019, doi:10.1001/jamaoncol.2019.1146

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 21.07.2019 21:37