Zielgerichtete Therapie: Das geht unter die Haut

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Die zielgerichtete Therapie bei HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium mit einem entsprechenden Antikörper kann unter die Haut verabreicht werden. Dies ist der Gabe in die Venen in puncto Effizienz und Sicherheit offenbar ebenbürtig.

Patientinnen mit HER2-positivem frühem Brustkrebs können sich einer Therapie mit dem Anti-HER2-Antikörper Trastuzumab unterziehen, bei der der Wirkstoff unter die Haut gespritzt wird. Dies ist einer Meldung in der Fachzeitschrift JAMA Oncology zufolge ebenso wirksam wie die intravenöse Gabe, also die Verabreichung über die Venen. 

An der Studie nahmen Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium teil. Sie erhielten acht Zyklen einer Chemotherapie kombiniert mit Trastuzumab alle drei Wochen entweder unter die Haut (294 Patientinnen) oder in die Venen (297 Patientinnen). Anschließend wurden sie operiert und erhielten danach bis zu einem Jahr neuerliche Gaben von Trastuzumab entweder unter die Haut oder in die Venen.

Nach sechs Jahren waren in beiden Gruppen noch 84 Prozent der Patientinnen am Leben, jeweils 65 Prozent beider Gruppen hatten keinen weiteren Krankheitszwischenfall erlebt. Die Patientinnen, die ein komplettes Ansprechen auf die Therapie erreicht hatten, erlebten mit höherer Wahrscheinlichkeit keinen weiteren Zwischenfall. Die Rate an Nebenwirkungen war in den Behandlungsgruppen vergleichbar.

Nach Einschätzung der Studienautoren habe sich unter die Haut gespritztes Trastuzumab somit in der unterstützenden Behandlung von Patientinnen mit frühem HER2-positivem Brustkrebs vor und nach der Operation bewährt: Wirksamkeit und Sicherheit seien bei intravenöser Gabe und Gabe unter die Haut vergleichbar. Für Patientinnen bedeutet die Gabe unter die Haut eine Erleichterung, weil sie in der Regel einfacher zu bewerkstelligen ist.

 

Quelle:

Jackisch C et al. Subcutaneous vs Intravenous Trastuzumab for Patients With ERBB2-Positive Early Breast Cancer Final Analysis of the HannaH Phase 3 Randomized Clinical Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 18. April 2019, doi:10.1001/jamaoncol.2019.0339

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.06.2019 17:52