Zielgerichtete Therapie bei Morbus Waldenström

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Ein neuer Tyrosinkinasehemmer bringt Vorteile in der Ansprechrate und bei Nebenwirkungen. 

Bei Erkrankungen an Morbus Waldenström, einem Non-Hodgkin-Lymphom, das sich aus einer bösartig veränderten B-Zelle des Immunsystems entwickelt, hat sich eine Therapie mit einem Bruton-Tyrosinkinasehemmer bewährt. Ein solcher Wirkstoff jüngerer Generation bringt nun Überlebensvorteile, wie einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology zu entnehmen ist. Vorgestellt wurden die Studienergebnisse zuerst anlässlich der diesjährigen Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology.

An der Studie nahmen 201 Patienten mit Morbus Waldenström und MYD88-Mutation teil. Sie erhielten entweder den Bruton-Tyrosinkinasehemmer der ersten Generation oder den neu entwickelten Wirkstoff. Der neue Bruton-Tyrosinkinasehemmer erwies sich als überlegen: Mehr Patienten konnten unter dieser Therapie ein komplettes oder sehr gutes partielles Ansprechen erreichen als unter dem alten Tyrosinkinasehemmer. Außerdem traten bestimmte Nebenwirkungen, die typisch für eine Therapie mit Bruton-Tyrosinkinasehemmern sind, unter dem neuen Wirkstoff seltener auf. Lediglich die Rate an Neutropenie, also einem Rückgang der weißen Blutzellen, war höher - schwerere Infektionen als Folge von Neutropenie jedoch traten in beiden Gruppen gleichermaßen häufig auf.

Damit, so das Fazit der Studienautoren, habe sich der Bruton-Tyrosinkinasehemmer der neuen Generation bei Patienten mit Morbus Waldenström als vorteilhaft erwiesen. 

 

Quelle:

Tam CSL et al. ASPEN: Results of a phase III randomized trial of zanubrutinib versus ibrutinib for patients with Waldenström macroglobulinemia (WM). Journal of Clinical Oncology 38: 2020 (suppl; abstr 8007)

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 05.08.2020 00:19