Zielgerichtete Therapie bei metastasiertem Prostatakrebs mit bestimmtem genetischem Profil?

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Erste Ergebnisse stimmen zuversichtlich.

Unter bestimmten Umständen kann es sich auszahlen, Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs, der sich bereits mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hat, mit einem sogenannten PARP-Hemmer zu behandeln. Das geht aus den Ergebnissen einer Phase II-Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Lancet erschien.

Eine Behandlung mit einem PARP-Hemmer lohnt nur dann, wenn im Erbgut der Krebszellen bestimmte Veränderungen vorliegen. PARP-Hemmer blockieren bestimmte Enzyme, die sogenannten Poly(ADP-Ribose)-Polymerasen. Dadurch verhindern sie, dass (gewollte) DNA-Schäden, die infolge der Chemotherapie an den Krebszellen verursacht werden, wieder repariert werden können, was den Untergang der Krebszellen begünstigt. An der Studie nahmen Patienten ab 18 Jahren teil, bei deren Tumor eine bestimmte Veränderung vorlag, die die Reparatur von DNA-Schäden bereits einschränkt. Dieser Effekt könne durch den PARP-Hemmer quasi verstärkt werde, so die Hoffnung der Wissenschaftler. Die Patienten erhielten eine Therapie mit dem PARP-Hemmer, wobei zwei verschiedene Dosierungen angewendet wurden.

Mehr als die Hälfte der Patienten, die die etwas höhere Dosis des PARP-Hemmers erhielten, und knapp 40 Prozent der Patienten mit der niedrigeren Dosis sprachen auf die Behandlung gut an. Die häufigste Nebenwirkung der Therapie war Blutarmut. Auch schwere Nebenwirkungen traten bei einigen Patienten auf.

In dieser Studie habe die Therapie mit einem PARP-Hemmer bei ausgewählten Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs eine gute Wirkung gegen den Tumor gezeigt. Dies müsse nun in weiteren größeren Studien überprüft werden. In einer Phase III-Studie, die anlässlich des ESMO Ende September vorgestellt wurde, hatten sich bereits ähnliche Ergebnisse angedeutet.

 

Quellen:

Mateo J et al. Olaparib in patients with metastatic castration-resistant prostate cancer with DNA repair gene aberrations (TOPARP-B): a multicentre, open-label, randomised, phase 2 trial. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Dezember 2019, https://doi.org/10.1016/S1470-2045(19)30684-9

Hussain M et al. PROfound: Phase 3 study of olaparib versus enzalutamide or abiraterone for metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) with homologous recombination repair (HRR) gene alterations. Annals of Oncology (2019) 30 (suppl_5): v851-v934. 10.1093/annonc/mdz394

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24