Zielgerichtete Therapie bei Kopf-Halstumoren

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Im metastasierten Stadium oder bei einem Rückfall kann bei Plattenepithelkarzinomen im Kopf-Halsbereich eine Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer die Krankheit zeitweise aufhalten

Bösartige Kopf-Halstumoren, sogenannte Plattenepithelkarzinome, können tückisch sein: Kehren sie nach einer zunächst erfolgreichen Therapie zurück oder haben sie sich schon zum Zeitpunkt der Erstdiagnose in andere Organe ausgebreitet und Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet, sind sie kaum noch heilbar. Eine Behandlung mit dem Tyrosinkinasehemmer Afatinib kann die Situation offenbar zumindest ein wenig verbessern, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology berichteten.

Die Forscher führten eine Studie zur Wirksamkeit des Medikaments an 101 Zentren in 19 Ländern durch. Teilnehmer waren Patienten jenseits des 18. Lebensjahres, die an einem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich erkrankt waren. Alle hatten entweder einen Rückfall nach einer Therapie erlitten oder wiesen Metastasen auf. Zudem schritt der Tumor während oder nach einer Platin-basierten Chemotherapie weiter voran und konnte dann nicht mehr operiert oder bestrahlt werden. Die Patienten erhielten eine Therapie mit entweder Afatinib oder Methotrexat, dessen Wirksamkeit bereits bekannt ist.

Nach rund einem halben Jahr war die Krebserkrankung bei den Patienten aus der Afatinibgruppe seltener weiter vorangeschritten als bei Patienten aus der Methotrexatgruppe. Unter der zielgerichteten Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer kam es häufiger zu den typischen Hauterscheinungen (Akne, Rash), zudem häufiger zu Durchfall, Entzündungen der Mundschleimhaut und anhaltender Erschöpfung (Fatigue). Seltener hingegen trat eine schwere Verminderung der weißen Blutkörperchen (Neutropenie) auf, die die Infektanfälligkeit erhöht.

Nach Ansicht der Studienautoren erwies sich die zielgerichtete Therapie mit Afatinib beim metastasierten oder wiedergekehrten Plattenepithelkarzinom im Kopf-Halsbereich als effizient. Die Nebenwirkungen konnten demnach in den meisten Fällen gut behandelt werden.

 

Quelle:

Machiels, J.-P. H. et al.: Afatinib versus methotrexate as second-line treatment in patients with recurrent or metastatic squamous-cell carcinoma of the head and neck progressing on or after platinum-based therapy (LUX-Head & Neck 1): an open-label, randomised phase 3 trial. The Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 16. April 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(15)70124-5

(kvk)

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Aktualisiert am: 15.12.2017 10:51