Zielgerichtete Therapie bei Kindern: Hautreaktionen vorbeugen

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Eine häufige Nebenwirkung können bei bestimmten zielgerichteten Therapien Hautreaktionen sein. Dem sollte vorgebeugt werden, um Therapieabbrüche zu verhindern.

Wenn Kinder wegen einer Krebserkrankung mit einer Kombination aus BRAF- und MEK-Hemmern behandelt werden müssen, treten nicht selten Nebenwirkungen an der Haut auf. Dies führt in einigen Fällen sogar zu einem Abbruch der Therapie. Deshalb, so Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology, sollten rechtzeitig zu Beginn der Therapie vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden.

Die Anwendung von BRAF- und MEK-Hemmern, die sich bei Erwachsenen zum Beispiel bei der Behandlung von malignen Melanomen, also schwarzem Hautkrebs, bewährt haben, ist bei Kindern noch wenig erforscht. Jedoch sind bereits Einsatzgebiete bekannt, etwa zur Behandlung von Kindern mit Neurofibromatose. In der aktuellen Studie wurde rückblickend der Krankheitsverlauf bei 99 Kindern aus den USA und Kanada untersucht, bei denen wegen einer Krebserkrankung eine Kombinationstherapie mit BRAF- und MEK-Hemmern durchgeführt worden war.

Bei allen Kindern traten als Nebenwirkung Hautreaktionen auf, in den meisten Fällen gleich mehrere. Häufig waren Entzündungen der Haut oder Unterhaut, die Entwicklung von Reibeisenhaut (Keratosis pilaris), Hautinfektionen und akneartige Veränderungen. Bei drei Kindern wurde die Therapie unterbrochen, weil die Hautreaktionen besonders stark waren. In vielen Fällen wurde die Therapie auch umgestellt, mit einem Wechsel auf andere Wirkstoffe.

Dies zeige, dass Hautreaktionen bei einer Therapie mit BRAF-MEK-Hemmern bei Kindern häufig sind, so das Fazit der Studienautoren. Bestimmte vorbeugende Maßnahmen, die gleich zu Beginn der Therapie eingeleitet werden, könnten das Ausmaß solcher Hautreaktionen begrenzen oder sie sogar gänzlich verhindern. 

 

Quelle:

Boull CL et al. Cutaneous reactions in children treated with MEK inhibitors, BRAF inhibitors, or combination therapy: A multicenter study. Journal of the American Academy of Dermatology 2021, 84(6):1554-61

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 14.06.2021 13:23