Zielgerichtete Therapie bei Gallengangskrebs im Klinikalltag erfolgreich

Nachricht vom 12.02.2024

Angaben zum Autor und Erstelldatum finden Sie am Ende des Beitrages.

Die Wirksamkeit eines bestimmten FGFR-Tyrosinkinasehemmers bei fortgeschrittenem Gallengangskrebs bestätigte sich auch außerhalb klinischer Studien.

Für schon vorbehandelte Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Krebs der Gallengänge, einem sogenannten Cholangiokarzinom, können sich die Überlebensaussichten verbessern, wenn sie eine Therapie mit einem Tyrosinkinasehemmer aus der Gruppe der FGFR-Hemmer erhalten. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer anhand von Daten aus dem realen Klinikalltag.

Der FGFR-Tyrosinkinasehemmer ist zur Therapie bei vorbehandelten Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Gallengangskrebs zugelassen, wenn in den Tumorzellen sogenannte FGFR2-Rearrangements oder -Fusionen vorkommen. Hierbei handelt es sich um charakteristische Zellveränderungen, die ein Ansprechen des FGFR-Tyrosinkinasehemmers wahrscheinlicher werden lassen. 

In der vorliegenden Analyse werteten die Forscher die Daten von 72 Patienten aus, die in italienischen oder französischen Kliniken außerhalb klinischer Studien mit dem FGFR-Tyrosinkinasehemmer behandelt worden waren. Bei fast allen befand sich der Tumor in den Gallengängen innerhalb der Leber, drei Viertel der Patienten litten zudem an Metastasen in zwei oder mehr anderen Organen. 39% der Patienten hatten bereits mindestens zwei frühere Therapien hinter sich.

Bei der Mehrheit der Patienten gelang es, die Krankheit durch die Therapie längere Zeit unter Kontrolle zu bringen. Nach einem Jahr lebte noch ein Drittel der Patienten, ohne dass der Tumor weiter vorangeschritten war, insgesamt waren noch 61% der Patienten am Leben. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Erschöpfung (Fatigue), Sehstörungen, Nagelveränderungen, Hautprobleme, erhöhtes Phosphat im Blut, Zahnfleischentzündungen und Durchfall - meist in milder bis moderater Form und gut behandelbar. Sehr schwere Nebenwirkungen Grad 4 erlitt niemand.

Nach Ansicht der Studienautoren haben sich damit die gute Wirksamkeit und Verträglichkeit des FGFR-Tyrosinkinasehemmers bei teils mehrfach vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Gallengangskrebs im realen Klinikalltag bestätigt.

 

Quelle:

Parisi A et al. Pemigatinib for patients with previously treated, locally advanced or metastatic cholangiocarcinoma harboring FGFR2 fusions or rearrangements: a joint analysis of the multicenter, observational, real-world French PEMI-BIL and Italian PEMI-REAL cohort studies. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 5. Februar 2024, DOI:https://doi.org/10.1016/j.ejca.2024.113587

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 21.02.2024 17:03