Zielgerichtete Therapie bei fortgeschrittenem Tumor der Gallenwege

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Wenn eine bestimmte Veränderung vorliegt, kann ein neuer Wirkstoff Überlebensvorteile bringen.

Ein Teil der Patienten mit Krebs der Gallenwege (Cholangiokarzinom), der bereits in anderen Organen Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat, kann womöglich von einer zielgerichteten Therapie mit einem neuen Wirkstoff profitieren. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Der neue Wirkstoff hemmt ein bestimmtes Enzym, die sogenannte Isocitratdehydrogenase 1 (IDH1), wenn diese genetische Veränderungen, sogenannte Mutationen, aufweist. Bei ca. einem Viertel der Patienten mit Cholangiokarzinom ist dies der Fall. An der aktuellen Phase III-Studie nahmen 187 Patienten ab 18 Jahren teil, die an einem Cholangiokarzinom mit IDH1-Mutation erkrankt waren und deren Tumor unter den vorherigen Therapien weiter vorangeschritten war. Sie erhielten entweder den IDH1-Hemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo). Wenn sich die Krankheit unter dem Placebo fortentwickelte, durften die Patienten auf den IDH1-Hemmer wechseln. 

Von dieser Möglichkeit machte ein großer Teil der Patienten aus der Placebogruppe Gebrauch. Dessen ungeachtet ergab sich zwischen den beiden Behandlungsgruppen ein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben: Dieses war unter der Therapie mit dem IDH1-Hemmer länger als unter Placebo. Zwei Prozent der Patienten erlebten unter dem IDH1-Hemmer schwere Nebenwirkungen, die Lebensqualität allerdings war nicht eingeschränkt.

Damit, so die Einschätzung der Studienautoren, habe sich die Therapie mit dem IDH1-Hemmer als gut verträglich und wirksam erwiesen und sei für Patienten mit fortgeschrittenem Cholangiokarzinom mit IDH1-Mutation als neue Behandlungsoption zu empfehlen.

 

Quelle:

Zhu AX et al. Final Overall Survival Efficacy Results of Ivosidenib for Patients With Advanced Cholangiocarcinoma With IDH1 Mutation. The Phase 3 Randomized Clinical ClarIDHy Trial. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 23. September 2021, doi:10.1001/jamaoncol.2021.3836

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.10.2021 15:59