Zielgerichtete Therapie bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs

Nachricht vom 11.05.2022

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Eine Therapie mit MEK-Hemmern kann die Krankheit in bestimmten Fällen stabilisieren.

Bei schwarzem Hautkrebs, der sich bereits mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hat und bestimmte genetische Veränderungen, NRAS-Mutationen, aufweist, kann eine Therapie mit einem MEK-Hemmer auch außerhalb klinischer Studien die Krankheit stabilisieren. Das zeigt die rückblickende Auswertung von Daten aus fünf deutschen Krebszentren, die in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer veröffentlicht wurde.

Es handelte sich um die Daten von 33 Patienten, davon 14 Frauen und 19 Männer, von denen die Hälfte 64 Jahre oder älter war. Bei einem Drittel von ihnen war der Krebs ins Gehirn eingedrungen und hatte dort Metastasen gebildet. 91 Prozent von ihnen hatten zuvor bereits eine Immuntherapie mit einem Checkpointblocker erhalten. Auf die Therapie mit einem MEK-Hemmer sprachen 18 Prozent von ihnen an, in 49 Prozent der Fälle konnte die Krankheit kontrolliert werden. Männer hatten eine bessere Prognose als Frauen. Generell wirkte die Therapie mit einem MEK-Hemmer auch bei Hirnmetastasen.

Die Ergebnisse dieser Studie mit Daten aus dem normalen klinischen Alltag ähnelten denen aus früheren klinischen Studien, so die Studienautoren. Die Wirksamkeit der MEK-Hemmertherapie bei bereits vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung habe sich damit auch in der Praxis erwiesen.

 

Quelle:

Salzmann M et al. MEK inhibitors for pre-treated, NRAS-mutated metastatic melanoma: A multi-centre, retrospective study. European Journal of Cancer 2022, 166:24-32

 

(KvK)

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