Zielgerichtete Therapie bei fortgeschrittenem Nierenkrebs

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Die Behandlung mit einem neuen Tyrosinkinasehemmer verschlechtert die Lebensqualität nicht, sondern kann das Befinden der Patienten eher verbessern.

Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs, der sich bereits in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat, können, wenn ihr Tumor auf eine vorherige Therapie nicht oder nicht mehr ausreichend anspricht, zielgerichtet mit dem Multi-Tyrosinkinasehemmer Cabozantinib behandelt werden. Dies verbessert gegenüber dem zur bisherigen Standardtherapie in solchen Fällen gehörenden mTOR-Hemmer Everolimus die Überlebenschancen – und, so berichteten Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology, wirkt sich auch nicht negativ auf die Lebensqualität aus.

In der klinischen Phase III-Studie METEOR hatte sich gezeigt, dass bei Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs die Behandlung mit Cabozantinib gegenüber Everolimus das krankheitsfreie Überleben, das Gesamtüberleben und die objektive Ansprechrate verbessert. Der Tyrosinkinasehemmer Cabozantinib wurde daraufhin zur Behandlung von Patienten zugelassen, die zuvor eine Therapie mit einem Angiogenesehemmer erhalten haben und nicht oder nicht mehr ausreichend darauf ansprechen. 

Die Teilnehmer der Studie waren auch wiederholt über 48 Wochen lang mit standardisierten Fragebögen zu ihrem Befinden (Symptome u.a.) und der Lebensqualität befragt worden. Dabei stellten sich keine prinzipiellen Unterschiede in der Lebensqualität zwischen den beiden Behandlungsgruppen mit Cabozantinib oder Everolimus heraus. Die Patienten, die mit Cabozantinib behandelt wurden, erlebten heftigere Durchfälle und Übelkeit, die Patienten, die Everolimus erhielten, litten unter schwererer Kurzatmigkeit – jeweils bekannte Nebenwirkungen der Wirkstoffe.

Ermittelt wurde auch, wie lange es dauerte, bis sich der Zustand der Patienten verschlechterte, also bis beispielsweise in bildgebenden Verfahren entdeckt wurde, dass die Krankheit weiter voranschritt, bis eine deutliche Verschlechterung von Symptomen eintrat oder ein Patient verstarb. Hier schnitt Cabozantinib besser ab als Everolimus, es dauerte länger, bis es zu einer Verschlechterung kam. Dies galt im Besonderen für Patienten, die zu Beginn der Studie bereits Knochenmetastasen aufwiesen.

Fazit

Die Lebensqualität wird durch die zielgerichtete Therapie mit Cabozantinib gegenüber Everolimus nicht beeinträchtigt, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Im Gegenteil: Bei Patienten mit Knochenmetastasen kann die Zeit, bis sich Beschwerden verschlimmern und sich der allgemeine Zustand verschlechtert, gegenüber Everolimus sogar verlängert werden. 

 

Quelle:

Cella D et al. Quality of Life Outcomes for Cabozantinib Versus Everolimus in Patients With Metastatic Renal Cell Carcinoma: METEOR Phase III Randomized Trial. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Januar 2018, https://doi.org/10.1200/JCO.2017.75.2170

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.02.2018 14:29