Zielgerichtete Therapie bei fortgeschrittenem Darmkrebs

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In einer Studie macht es für Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs keinen Unterschied, ob sie zusätzlich zur Chemotherapie mit Bevacizumab oder Cetuximab behandelt werden. Beide zielgerichteten Therapien können den Krankheitsprozess vorübergehend aufhalten.

Bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Darmkrebs zusätzlich zur Chemotherapie eine zielgerichtete Therapie mit Antikörpern durchzuführen, kann die Überlebensaussichten der Patienten verbessern. Auf der Suche nach der optimalen Wahl bei der Ersttherapie von bis dato unbehandelten Patienten untersuchten Wissenschaftler in einer Studie, ob es einen Unterschied macht, wenn Patienten zusätzlich zur Chemotherapie mit dem Angiogenesehemmer Bevacizumab oder dem EGFR-Blocker (epidermalen Wachstumsfaktorrezeptorblocker) Cetuximab behandelt werden. Über ihre Ergebnisse berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift JAMA.

An der Studie nahmen 1.137 Patienten ab 18 Jahren mit zuvor unbehandeltem Darmkrebs teil. Bei allen war der Tumor lokal fortgeschritten oder hatte sich bereits mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet. Die Teilnehmer erhielten eine Chemotherapie (zwei mögliche Regime FOLFOX6 oder FOLFIRI) kombiniert mit entweder Cetuximab (578 Patienten) oder Bevacizumab (559 Patienten).

Bei acht von zehn Patienten schritt die Krankheit im Laufe der Beobachtungszeit voran. Nach 30 Monaten war in der Chemotherapie-Cetuximabgruppe die Hälfte der Patienten noch am Leben, in der Chemotherapie-Bevacizumabgruppe war dies nach 29 Monaten der Fall. In beiden Gruppen begann der Tumor bei jeweils der Hälfte der Patienten nach zehneinhalb Monaten wieder voranzuschreiten. Auch die Ansprechraten auf die Behandlung unterschieden sich zwischen den beiden Gruppen nicht.

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Darmkrebs vom KRAS-Wildtyp gab es in dieser Studie keinen Unterschied, ob in der Ersttherapie zur Chemotherapie Cetuximab oder Bevacizumab hinzugefügt wurde, so die abschließende Bewertung der Studienautoren. Das sogenannte KRAS-Onkogen (Kirsten rat sarcoma viral oncogene) wird zum krebsbegünstigendes Gen, wenn es sich verändert (mutiert). Darmtumoren, die eine solche KRAS-Veränderung aufweisen, sprechen nur schlecht oder gar nicht auf die Behandlung mit einem EGFR-Blocker wie Cetuximab an. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Cetuximab bei Patienten einzusetzen, deren Tumor nicht KRAS-verändert, also vom „KRAS-Wildtyp“ ist.

 

Quelle:

Venook, A. P. et al.: Effect of First-Line Chemotherapy Combined With Cetuximab or Bevacizumab on Overall Survival in Patients With KRAS Wild-Type Advanced or Metastatic Colorectal Cancer. A Randomized Clinical Trial. JAMA 2017,317(23):2392-2401

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 15.12.2017 10:51