Zielgerichtete Therapie bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs?

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Patienten mit einer bestimmten Genmutation können profitieren.

Ein kleiner Teil der Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs weist eine Veränderung (Mutation) in den sogenannten Brustkrebsgenen BRCA1 oder 2 auf. Infolge dieser genetischen Mutation steigt das Risiko für diverse Krebserkrankungen, darunter Brust- und Eierstockkrebs. Bei diesen Patienten kann eine Erhaltungstherapie mit einem sogenannten Poly(Adenosin-Diphosphat-Ribose)-Polymerase (PARP)-Blocker die Überlebensaussichten verbessern, wie Wissenschaftler auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie (ASCO) berichteten.

Für die Phase III-Studie wurden 3.315 Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, der sich bereits mit Metastasen in andere Organe ausgebreitet hatte, auf eine BRCA1- oder 2-Mutation getestet. Bei 154 Patienten wurden die Wissenschaftler fündig. Nachdem die erste platinbasierte Chemotherapie gut angeschlagen hatte, erhielten diese Patienten eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer oder ein Scheinmedikament (Placebo). 

Die PARP-Hemmertherapie zahlte sich aus: Bei der Hälfte der Patienten, die damit behandelt worden waren, schritt die Krankheit siebeneinhalb Monate und länger nicht weiter voran. In der Placebogruppe gelang dies nur knapp vier Monate lang. Bezüglich des Gesamtüberlebens konnte in einer Zwischenanalyse kein Unterschied zwischen den beiden Therapiegruppen festgestellt werden. In der PARP-Hemmergruppe traten mehr Nebenwirkungen Grad 3 oder stärker auf als in der Placebogruppe.

Patienten mit einer BRCA1- oder 2-Mutation können bei metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs offenbar von einer Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer profitieren, so die Interpretation der Studienautoren: Der Zeitpunkt, an dem Krankheit weiter voranschreitet, lasse sich damit hinauszögern.

 

Quelle:

Golan T et al. Maintenance Olaparib for Germline BRCA-Mutated Metastatic Pancreatic Cancer. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Juni 2019, DOI:10.1056/NEJMoa1903387

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 23.08.2019 15:31