Zielgerichtete Therapie bei Desmoidtumor

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Wenn dieser seltene Weichteiltumor weiter voranschreitet, kann eine Therapie mit Sorafenib die Krankheit zum Stillstand bringen.

Patienten mit einem Desmoidtumor, der auch als aggressive Fibromatose bezeichnet wird und zu den Weichteiltumoren zählt, profitieren davon, wenn sie mit einer zielgerichteten Therapie mit dem Multikinaseinhibitor Sorafenib behandelt werden. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

Desmoidtumoren sind selten. Es handelt sich dabei um eigentlich gutartige Weichteiltumoren, die ihren Ausgangspunkt oft in Muskelfaszien oder der Bauch- oder Brustwand haben. Sie breiten sich in der Regel nicht über Blut- oder Lymphgefäße in andere Organe aus, metastasieren also nicht, wachsen aber oft aggressiv in das umgebende Gewebe ein und können dabei Organe, Nerven und Blutgefäße schädigen. Einheitliche Therapiestandards gibt es bei den Tumoren, die nicht durch eine Operation vollständig entfernt werden können, nicht. Oft kehren die Tumoren nach zunächst erfolgreicher Behandlung zurück.

In der aktuellen Studie wurden 87 Patienten, die an einem fortschreitenden oder wiedergekehrten Desmoidtumor, der Symptome verursachte, litten, mit entweder dem Multikinaseinhibitor Sorafenib oder einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. Patienten aus der Placebogruppe, bei denen das Tumorleiden zu stark voranschritt, durften nach einer gewissen Weile in die Sorafenibgruppe wechseln.

Die Therapie mit dem Multikinaseinhibitor Sorafenib zahlte sich aus. Nach zwei Jahren war der Tumor in dieser Behandlungsgruppe bei 81 Prozent der Patienten nicht weiter vorangeschritten, in der Placebogruppe war dies nur bei 36 Prozent der Patienten gelungen. Wenn die Patienten auf die Therapie mit Sorafenib ansprachen, war dieses Ansprechen oft von langer Dauer.

Nach Ansicht der Studienautoren könnten Patienten mit voranschreitendem oder wiedergekehrtem, Beschwerden verursachendem Desmoidtumor von einer Therapie mit Sorafenib profitieren. 

 

Quelle:

Gounder M M et al. Sorafenib for Advanced and Refractory Desmoid Tumors. New England Journal of Medicine 2018, 379:2417-28

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 18.01.2019 11:01