Zielgerichtete Therapie bei chronischer lymphatischer Leukämie steuern

Nachricht vom 14.02.2024

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Die Dauer der Therapie kann sich danach richten, ob noch minimale Restkrankheit nachweisbar ist oder nicht. 

Bei chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) kann eine Kombinationstherapie mit einem Brutontyrosinkinasehemmer und einem Bcl-2-Hemmer im Vergleich zu einer Chemoimmuntherapie die Überlebenszeiten verlängern. Als günstig erwies es sich in einer Phase 3-Studie, wenn die Behandlung mithilfe der sogenannten minimalen Restkrankheit gesteuert wird. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

An der Studie nahmen 523 erwachsene, zuvor unbehandelte Patienten mit CLL teil. Sie erhielten entweder eine Kombination aus Brutontyrosinkinase- und Bcl-2-Hemmer oder eine Chemoimmuntherapie mit zwei Zytostatika und einem Anti-CD20-Antikörper. Die Dauer der Brutontyrosinkinase- und Bcl-2-Hemmertherapie richtete sich nach der minimalen Restkrankheit: Sie wurde jeweils doppelt so lange durchgeführt, wie es gebraucht hatte, bis im Blut und Knochenmark keine minimale Restkrankheit mehr nachweisbar war. Maximal dauerte die Behandlung sechs Jahre.

Nach einer Beobachtungszeit von gut dreieinhalb Jahren war die Krankheit in der Brutontyrosinkinase-/Bcl-2-Hemmergruppe bei signifikant weniger Patienten weiter vorangeschritten als in der Chemoimmuntherapiegruppe. Auch waren weniger Patienten aus der Brutontyrosinkinase-/Bcl-2-Hemmergruppe an den Folgen der CLL verstorben.

58% der Patienten der Brutontyrosinkinase-/Bcl-2-Hemmergruppe hatten nach drei Jahren die Therapie beenden können, weil keine minimale Restkrankheit mehr nachweisbar war. Und auch nach fünf Jahren war bei der Mehrheit der Patienten aus dieser Gruppe noch immer keine minimale Restkrankheit im Blut oder Knochenmark nachweisbar. Schwere Herzkreislaufnebenwirkungen kamen in der Brutontyrosinkinase-/Bcl-2-Hemmergruppe häufiger vor, Infektionen traten in beiden Gruppen in vergleichbarem Maße auf.

Es lohne sich offenbar, bei CLL die Therapie mit einem Brutontyrosinkinasehemmer und Bcl-2-Hemmer mithilfe der minimalen Restkrankheit zu steuern, so die Studienautoren. Die Überlebenszeiten können dadurch im Vergleich zur Chemoimmuntherapie verlängert werden. Gleichzeitig lassen sich durch rechtzeitiges Beenden der Behandlung bei Erreichen minimaler Restkrankheit unnötige Nebenwirkungen vermeiden.

 

Quelle:

Munir T et al. Chronic Lymphocytic Leukemia Therapy Guided by Measurable Residual Disease. New England Journal of Medicine 2024; 390:326-37

 

(KvK)

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