Zielgerichtete Kombinationstherapie bei fortgeschrittener Haarzellleukämie

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Ein langanhaltendes Ansprechen der Krankheit kann erreicht werden.

Bei Patienten mit wiederkehrender bzw. nicht ansprechender Haarzellleukämie kann eine kurze Kombinationstherapie mit einem BRAF-Hemmer und Anti-CD20-Antikörper die Krankheit in vielen Fällen womöglich für längere Zeit stoppen. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

Die Haarzellleukämie gehört zu den B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen. Sie verläuft in der Regel chronisch. Ihren Namen verdankt sie so genannten Haarzellen, die sich im Blut der Erkrankten oft finden. 

An der aktuellen Studie nahmen Patienten mit Haarzellleukämie teil, die entweder nicht auf die bisherigen Therapien angesprochen hatte oder zurückgekehrt war. Viele Patienten hatten schon mehrere Therapien hinter sich. Nun erhielten sie eine Therapie mit einem BRAF-Hemmer in Kombination mit einem Anti-CD20-Antikörper. Die Frage war, ob sich die Krankheit mit dieser Behandlung für längere Zeit stoppen lassen könnte.

Tatsächlich kam es bei 87% der Patienten zu einem kompletten Ansprechen. Darunter waren Patienten, die zuvor nicht auf Chemotherapie oder den Anti-CD20-Antikörper allein angesprochen hatten, ebenso Patienten, die bereits vergeblich mit einem BRAF-Hemmer behandelt worden waren. Zwei Drittel der Patienten, deren Krankheit vollständig ansprach, wiesen auch keine minimale Restkrankheit mehr auf. Nach fast drei Jahren hatten 85% der Patienten mit vollständigem Ansprechen noch immer keinen Rückfall erlebt.

Die Teilnehmerzahl in der Studie war gering, weshalb auch die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssten, so die Studienautoren in ihrer Bewertung. Jedoch konnte mit der Kombinationstherapie aus BRAF-Hemmer und Anti-CD20-Antikörper, die anders als Chemotherapie keine schädigende Wirkung auf das Knochenmark ausübt, bei Patienten voranschreitender Haarzellleukämie ein langanhaltendes Ansprechen erzielt werden.

 

Quelle:

Tiacci E et al. Vemurafenib plus Rituximab in Refractory or Relapsed Hairy-Cell Leukemia. New England Journal of Medicine 2021, 384:1810-1823

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.09.2021 17:28