Zielgerichtete Erhaltungstherapie bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs

Eine Kombination von PARP- und Angiogenesehemmung als Erhaltungstherapie zahlt sich nach einer ersten Chemotherapie aus.

Die positiven Nachrichten zur Wirksamkeit sogenannter PARP-Hemmer bei der Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs reißen derzeit nicht ab (s. Meldungen DKG vom 31.12.2019, 7.11.2019 und 24.10.2019). Nun wiesen Wissenschaftler in einer Studie nach, dass der Einsatz eines solchen Wirkstoffs auch als Erhaltungstherapie in Kombination mit einem Angiogenesehemmer bei neu diagnostizierter Erkrankung vorteilhaft sein kann. Der Bericht zur Studie erschien in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

806 Patientinnen nahmen an der Studie teil. Sie hatten zuvor die Diagnose Eierstockkrebs erhalten, bei allen war die Krankheit fortgeschritten und hochgradig. Die Ersttherapie bestand aus einer Platin-Taxan-haltigen Chemotherapie in Kombination mit einem Angiogenesehemmer. Anschließend erhielten die Teilnehmerinnen unabhängig davon, ob und wie sie operiert werden konnten und ob bei ihnen eine Veränderung (Mutation) in den sogenannten Brustkrebsgenen BRCA 1 oder 2 vorlag oder nicht, eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer oder Scheinmedikament (Placebo) plus weiterhin den Angiogenesehemmer.

Die Kombination von PARP- und Angiogenesehemmung zahlte sich aus: Bei der Hälfte der betroffenen Frauen kam die Krankheit rund 22 Monate, also fast zwei Jahre lang zum Stillstand. In der Placebo-Angiogenesehemmergruppe gelang dies nur knapp 17 Monate lang. Dabei spielte es keine Rolle, ob eine BRCA-Mutation vorlag oder nicht.

PARP-Hemmer blockieren bestimmte Enzyme, die sogenannten Poly(ADP-ribose)-Polymerasen, die an der Reparatur von DNA-Schäden beteiligt sind, wie sie bei einer Chemotherapie in den Krebszellen erzeugt werden. Infolge der fehlenden Reparatur werden die Krebszellen genomisch instabil, schließlich tritt der Zelltod ein, sodass sich der Tumor zurückbildet. Angiogenesehemmer wiederum sorgen dafür, dass das Krebsgewebe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Auf diese Weise werden dem Tumor die für weiteres Wachstum notwendigen Nährstoffe entzogen.

 

Quelle:

Ray-Coquard I et al. Olaparib plus Bevacizumab as First-Line Maintenance in Ovarian Cancer. New England Journal of Medicine 2019, 381:2416-2428

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 23.10.2020 21:49