Zielgerichtet und Immunsystem-aktivierend bei Morbus Waldenström

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Eine Kombination von Tyrosinkinasehemmer und Anti-CD20-Antikörper kann die Krankheit signifikant länger aufhalten als die Immuntherapie allein.

Bei Morbus Waldenström (auch Waldenströms Makroglobulinämie genannt) bringt es offenbar Vorteile, wenn der Immuntherapie mit dem Anti-CD20-Antikörper Rituximab noch eine zielgerichtete Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer Ibrutinib hinzugefügt wird. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervor.

Morbus Waldenström ist eine seltene Form des B-Zell-Lymphoms: B-Zellen des Immunsystems entarten und bilden große Mengen an IgM-Antikörpern. Der Antikörper Rituximab bindet sich an CD20, ein sogenanntes Antigen, das auf der Oberfläche der meisten B-Zellen ausgebildet wird. Dadurch wird einerseits die körpereigene Immunantwort aktiviert, andererseits schädigt Rituximab selbst die erkrankten CD20-positiven Zellen. Der Tyrosinkinasehemmer Ibrutinib wiederum greift in die Signalwege der Krebszellen ein und verhindert dadurch deren Vermehrung.

In der aktuellen Studie wurden 150 Patienten mit Morbus Waldenström, die Symptome durch die Krankheit aufwiesen, mit Rituximab und entweder Ibrutinib oder einem Scheinmedikament (Placebo) behandelt. Unter den Patienten waren sowohl solche, die zuvor noch keine Therapie erhalten hatten, als auch solche, die bereits einen Krankheitsrückfall erlebten. Nach 30 Monaten war die Krankheit bei 82 Prozent der Patienten der Ibrutinib-Rituximabgruppe nicht weiter vorangeschritten – in der Placebo-Rituximabgruppe war dies nur bei 28 Prozent der Patienten der Fall. Auch sprachen mehr Patienten in der Ibrutinib-Rituximabgruppe mit einer Major-Response, also besonders gut auf die Behandlung an. 

Häufigste Nebenwirkungen bei der zusätzlichen Ibrutinibgabe waren Reaktionen auf die Infusion, Durchfall, Gelenkschmerzen und Übelkeit. 

Offenbar, so die Studienautoren, könne eine zielgerichtete Therapie mit dem Tyrosinkinasehemmer Ibrutinib zusätzlich zur Immuntherapie mit dem Anti-CD20-Antikörper Rituximab die Krankheit signifikant länger aufhalten als eine alleinige Rituximabtherapie. 

 

Quelle:

Dimopoulos M R et al. Phase 3 Trial of Ibrutinib plus Rituximab in Waldenström’s Macroglobulinemia. New England Journal of Medicine 2018, 378:2399-410

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Lymphome

Zurück

Aktualisiert am: 20.08.2018 17:18