Zielgerichtet gegen Leberkrebs

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Von einer zielgerichteten Therapie bei nicht-operablem Leberzellkrebs mit dem Multikinasehemmer Sorafenib profitieren manche Patienten mehr als andere.

Wenn Leberkrebs nicht mehr operiert werden kann, etwa, weil sich der Tumor schon stark ausgebreitet hat, kann eine zielgerichtete Therapie mit dem Multikinasehemmer Sorafenib die Krankheit vorübergehend stoppen. Die gilt offenbar für alle Patienten, auch wenn einige mehr von der Behandlung profitieren als andere, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Hepatology berichteten.

Die Forscher werteten die Daten von zwei klinischen Phase 3-Studien aus, in denen die Wirkung von Sorafenib gegenüber einem Scheinmedikament (Placebo) getestet worden war. An beiden Studien nahmen insgesamt 827 Patienten teil, 448 von ihnen wurden mit Sorafenib und 379 mit Placebo behandelt. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, welche Faktoren für eine gute Wirksamkeit der Therapie sprechen.

Demnach kristallisierten sich Risikofaktoren für eine ungünstige Prognose heraus: ein Einbruch von Krebszellen in die Blutgefäße, hohes Alpha-Fetoprotein (AFP) im Blut sowie ein hohes Verhältnis von Neutrophilen zu Lymphozyten, das Entzündungen anzeigt. Einen Vorteil verschaffte die Therapie mit Sorafenib praktisch allen Patienten, unabhängig davon, in welcher Subgruppe sie sich befanden.

Manche Patienten profitierten allerdings stärker von der zielgerichteten Therapie als andere. So hatten Patienten, bei denen sich der Tumor noch nicht über die Leber hinaus ausgebreitet hatte, ebenso bessere Überlebenschancen wie Patienten, die mit Hepatitis C infiziert waren, und Patienten mit einem niedrigeren Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnis.

 

Quelle:

Bruix, J. et al.: Prognostic Factors and Predictors of Sorafenib Benefit in Patients With Hepatocellular Carcinoma: Analysis of Two Phase 3 Studies. Journal of Hepatology, Onlinevorabveröffentlichung am 4. Juli 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jhep.2017.06.026

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.09.2017 17:15