Zahl der Krebsuntersuchungen und Krebsdiagnosen nach Pandemiebeginn gesunken

Nachricht vom 4.1.2022

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Nach dem Beginn der COVID-19-Pandemie ging in den USA die Zahl der Untersuchungen und Krebsdiagnosen zurück.

Im ersten Jahr der COVID-19-Pandemie ist in den USA die Zahl der diagnostischen und präventiven Untersuchungen auf bestimmte Krebsarten und damit verbunden die Zahl der Krebsdiagnosen deutlich zurückgegangen. Und auch trotz der Lockerungen nach der ersten Welle wurden die Zahlen von vor der Pandemie bis zum Ende des Jahres 2020 nicht wieder erreicht. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Cancer veröffentlicht wurden.

Die Forscher untersuchten die Entwicklung der Krebshäufigkeit in den Jahren 2016 bis 2020. Demnach verringerte sich die Zahl der jährlich durchschnittlich durchgeführten Darmspiegelungen (Koloskopien) zur Diagnose und Früherkennung von Darmkrebs im Jahr 2020 im Vergleich zu 2018/19 um 45 Prozent, die Zahl der durchgeführten Gewebeentnahmen (Biopsien) aus der Prostata zur Diagnose von Prostatakrebs um 29 Prozent, die Zahl der Computertomographien der Brust zur Diagnose von Lungenkrebs um 10 Prozent und die Zahl der Blasenspiegelungen zur Diagnose von Harnblasenkrebs um 21 Prozent. Auch die Zahl der neu diagnostizierten Krebserkrankungen ging zurück, je nach Krebsart um 13 bis 23 Prozent.

Diesem Bericht zufolge hat die COVID-19-Pandemie zu einem deutlich messbaren Rückgang der Vorsorge/Früherkennungs- und Diagnoseuntersuchungen von Krebserkrankungen geführt. Wenn Krebserkrankungen wie beispielsweise Darmkrebs erst in fortgeschritteneren Stadien entdeckt werden, sinken die Heilungschancen. Welche Auswirkungen der Rückgang der Untersuchungs- und Diagnosezahlen auf spätere Sterbezahlen haben wird, lässt sich anhand dieser Studie noch nicht abschätzen. Das Robert Koch-Institut hatte in seinem jüngsten Bericht zu Krebsneuerkrankungen und –diagnosen in Deutschland ebenfalls von einem Rückgang der Früherkennungsuntersuchungen seit Ausbruch der COVID-19-Pandemie und dem damit verbundenen ersten landesweiten Lockdown im März 2020 berichtet, etwa bei der Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs, beim Hautkrebsscreening und beim Koloskopiescreening zur Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs.

 

Quellen:

Englum BR et al. Impact of the COVID- 19 pandemic on diagnosis of new cancers: A national multicenter study of the Veterans Affairs Healthcare System. Cancer 2021; https://doi.org/10.1002/cncr.34011

Krebs in Deutschland für 2017/2018. 13. Ausgabe, Hrsg. Robert Koch-Institut Berlin 2021

 

(KvK)

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