Woraus Mundhöhlenkrebs entstehen kann

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Lichen planus, eine entzündliche Veränderung der Mundschleimhaut, kann sich zu Mundhöhlenkrebs entwickeln.

Aus einem Lichen planus der Mundschleimhaut, einer entzündlichen Veränderung, kann sich ein Plattenepithelkarzinom der Haut, das zum hellen Hautkrebs zählt, entwickeln. Auch wenn das Risiko nicht besonders hoch ist, sollten die Veränderungen deshalb regelmäßig begutachtet werden, so ein Bericht in der Fachzeitschrift Der Hautarzt.

Lichen planus der Mundschleimhaut macht sich in der Regel als weißliche, nicht abwischbare Verfärbung in Form von Streifen bemerkbar. Im weiteren Verlauf entstehen daraus oft kleine offene Stellen und geschwürige Verletzungen. Am häufigsten betroffen sind die Wangenschleimhaut, die Zunge und das Zahnfleisch. Verläuft Lichen planus chronisch, bleibt also dauerhaft bestehen, kann sich daraus ein Plattenepithelkarzinom der Mundschleimhaut entwickeln. Deshalb wird Lichen planus von der Weltgesundheitsorganisation WHO als sogenannte „Präkanzerose“, also Krebsvorstufe, eingestuft.

Verursacht werden die entzündlichen Veränderungen vermutlich durch eine Reaktion von T-Zellen des Immunsystems gegen die Hornzellen, die sogenannten Keratinozyten. Ausgelöst werden kann diese Reaktion durch bakterielle oder virale Infektionen, bestimmte Medikamente oder physikalische Reize wie Zahnprothesen oder eine Zahnbehandlung. Auch Tabakrauch ist vermutlich eine auslösende Substanz. In der Wangenschleimhaut und an der Zunge tritt Lichen planus am häufigsten auf, aber auch im Kehlkopf, in der Speiseröhre und im Genitalbereich kann er sich bilden. Davon betroffen sind vermutlich 0,5 bis 2 Prozent der Bevölkerung, bei Frauen kommt Lichen planus etwa doppelt so häufig vor wie bei Männern. 

Es wird vermutet, dass Lichen planus in gut einem Prozent der Fälle in ein Plattenepithelkarzinom übergeht. Noch einmal erhöht ist das Risiko bei Patienten, die rauchen, vermehrt Alkohol trinken oder eine chronische Infektion mit Hepatitis C haben. Ob auch Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) beim Lichen planus bzw. dem Krankheitsverlauf eine Rolle spielen, ist derzeit noch ungeklärt.

Um einen eventuellen Übergang in ein Plattenepithelkarzinom frühzeitig zu bemerken und entsprechende Therapien einleiten zu können, sollten Patienten mit Lichen planus auch nach erfolgter Behandlung regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen lassen.

 

Quelle:

Koushk-Jalali B et al: Plattenepithelkarzinom auf dem Boden eines oralen Lichen planus. Der Hautarzt 2020,71(12):1000-6

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 24.01.2021 21:32