Wirkstoff in die Blase nach Operation

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Bei Blasenkrebs, der sich noch nicht in die Muskulatur ausgebreitet hat, aber niedriggradig und dadurch mit einem erhöhten Rückfallrisiko behaftet ist, kann eine Behandlung mit Gemcitabin in der Blase vorteilhaft sein.

Patienten mit niedriggradigem Blasenkrebs, der noch nicht in die Muskulatur eingewachsen ist, können zwar gut durch den Harnleiter hindurch, also „transurethral“ operiert werden, haben anschließend jedoch ein erhöhtes Risiko für einen Rückfall. Die Gefahr kann offenbar deutlich reduziert werden, wenn ihnen unmittelbar nach der Operation der Wirkstoff Gemcitabin in die Blase verabreicht wird. Diese Therapie ist einfach zu handhaben und vergleichsweise gut verträglich, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA berichteten.

In der Studie erhielten 406 Patienten, bei denen der Verdacht auf niedriggradigen, noch nicht Muskel-invasiven Blasenkrebs bestand, innerhalb von einer Stunde nach der Operation Gemcitabin oder eine Kochsalzlösung (Placebo) in die Blase verabreicht. In den vier Jahren nach der Therapie trat bei 35 Prozent der Patienten der Gemcitabingruppe und 47 Prozent der Patienten der Placebogruppe ein Rückfall auf – der Unterschied war signifikant. Wurden nur die Patienten berücksichtigt, bei denen sich der Verdacht auf einen niedriggradigen Tumor durch die Operation bestätigt hatte und die auch tatsächlich alle Therapien laut Studienprotokoll durchführten (insgesamt 215 Patienten), war der Unterschied mit 34 Prozent in der Gemcitabingruppe und 54 Prozent in der Placebogruppe sogar noch größer.

Sehr schwere Nebenwirkungen Grad 4 oder 5 traten in der Gemcitabingruppe nicht auf, auch gab es bezüglich Nebenwirkungen Grad 3 oder weniger keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsgruppen.

Offenbar lohne es sich, bei Verdacht auf niedriggradigen nicht-Muskel-invasiven Blasenkrebs unmittelbar nach der Operation in der Blase den Wirkstoff Gemcitabin zu installieren, so die Studienautoren. Das Rückfallrisiko könne damit signifikant gesenkt werden. Weitere für eine solche Behandlung potenziell in Frage kommende Wirkstoffe müssten getestet werden. 

 

Quelle:

Messing E.M. et al. Effect of Intravesical Instillation of Gemcitabine vs Saline Immediately Following Resection of Suspected Low-Grade Non–Muscle-Invasive Bladder Cancer on Tumor Recurrence. SWOG S0337 Randomized Clinical Trial. JAMA 2018;319(18):1880-8

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Blasenkrebs

Zurück

Aktualisiert am: 16.07.2018 12:08