Wird Leberkrebs bald seltener?

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

In Australien zeigt sich ein Rückgang der Erkrankung unter Patienten, die sich mit Hepatitis B, einem gewichtigen Risikofaktor für Leberkrebs, infiziert haben. Forscher führen dies auf die Entwicklung neuer effizienter antiviraler Mittel zurück.

Seit einigen Jahren stehen für die Behandlung von Hepatitis B antivirale Wirkstoffe zur Verfügung, die deutlich effizienter wirken als die bisherigen Medikamente. Dies wirkt sich langfristig womöglich auch positiv auf die Entwicklung der Häufigkeit von Leberzellkrebs aus, für dessen Entstehung chronische Hepatitis B und C als wichtige Risikofaktoren gelten. Das berichteten australische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Hepatology.

Die Forscher werteten die Daten von Gesundheitsregister aus, in denen Fälle von Hepatitis B und C sowie Leberzellkrebs in New South Wales in Australien festgehalten worden waren. Demnach hatten sich zwischen 2000 und 2014 rund 55.000 Menschen mit Hepatitis B, 93.000 mit Hepatitis C und 4.000 mit beiden Erregern infiziert. Unter den Hepatitis B-Infizierten erkrankten 1,3 Prozent an Leberzellkrebs, unter den Patienten mit Hepatitis C waren es 1,4 Prozent. 

Lebensalterbereinigt ein Rückgang an Leberkrebs bei Hepatitis B zu verzeichnen

Die Erkrankungshäufigkeit an Leberkrebs pro Jahr blieb über die Gesamtbevölkerung gerechnet bei den Patienten mit Hepatitis B in diesem Zeitraum stabil, während sie bei den an Hepatitis C Erkrankten zunahm. Wenn das Lebensalter berücksichtigt wurde, zeigte sich ein Rückgang der jährlichen Neuerkrankungsrate an Leberkrebs unter den Hepatitis B-Infizierten, die Neuerkrankungsrate an Hepatitis C blieb stabil.

Folge der antiviralen Wirkung

Zusammenfassend halten die Studienautoren fest, dass das individuelle Risiko für Hepatitis B-Patienten, auch an Leberkrebs zu erkranken, seit einigen Jahren gesunken sei. Dies, so die Vermutung, könne der Entwicklung neuer antiviraler Mittel zugeschrieben werden, die erheblich effizienter wirken als die Wirkstoffe früherer Jahre. So habe sich im Vergleich die Behandlung von Hepatitis C mit Interferon nicht auf das individuelle Risiko für Leberzellkrebs ausgewirkt - in der Gesamtbevölkerung sei die Belastung durch Leberzellkrebs bei Hepatitis C-Infektion sogar gestiegen.

 

Quelle:

Waziry, R. et al.: Trends in hepatocellular carcinoma among people with HBV or HCV notification in Australia (2000-2014). Journal of Hepatology, Onlinevorabveröffentlichung am 25. August 2016, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.jhep.2016.08.010

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18