Wieviele Therapien bei lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs?

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Die empfohlene unterstützende (adjuvante) und Überlebensvorteile bringende Chemotherapie erhalten laut einer Studie aus den USA noch zu wenige Patienten.

Bei lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs (Rektumkarzinom) wird laut den US-National Comprehensive Cancer Network Therapie-Leitlinien neben der unterstützenden Chemo-Strahlentherapie vor (neoadjuvant) der Operation auch eine unterstützende Chemotherapie nach (adjuvant) der Operation empfohlen. Wissenschaftler aus den USA untersuchten, wie oft diese Behandlung bei Patienten mit Stadium II-III-Tumoren in der Praxis tatsächlich durchgeführt wird und wie es sich mit den Überlebenschancen verhält. Über ihre Ergebnisse berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift Cancer.

Analysiert wurden die Daten von fast 15.000 Patienten, die zwischen 2006 und 2011 wegen Enddarmkrebs im Stadium II oder III mit neoadjuvanter Chemo-Strahlentherapie und einer Operation behandelt worden waren. 32 Prozent von ihnen erhielten zudem die empfohlene adjuvante Chemotherapie. Alte Patienten über 70 wurden deutlich seltener mit adjuvanter Chemotherapie behandelt als jüngere. Wenn andere Einflussfaktoren wie Tumorstadium, Lebensalter u.a. berücksichtigt wurden, war die adjuvante Chemotherapie mit einem besseren Fünf-Jahres-Gesamtüberleben verbunden als wenn darauf verzichtet wurde. Den größten Vorteil hatten Patienten, bei denen der Tumor nicht mehr nachweisbar war, bei denen also eine pathologisch komplette Response erreicht wurde.

Zu wenige Patienten leitliniengerecht therapiert

In der Bewertung der Studienautoren schnitt die Compliance mit den Leitlinien schlecht ab: Zu wenige Patienten mit lokal fortgeschrittenem Enddarmkrebs seien offenbar mit der empfohlenen adjuvanten Chemotherapie behandelt worden. Vor allem ein höheres Lebensalter und Begleiterkrankungen stünden der adjuvanten Therapie oft entgegen. Dagegen hätten sich die Überlebensvorteile, die diese Therapie mit sich bringt, in der Studie bestätigt.

 

Quelle:

Xu, Z. et al.: Poor compliance with adjuvant chemotherapy use associated with poorer survival in patients with rectal cancer: An NCDB analysis. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 25. August 2016, DOI: 10.1002/cncr.30261

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 28.06.2017 16:21