Wiederkehrender Prostatakrebs: Strahlentherapie mit Antiandrogentherapie kombinieren

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Dies verbessert offenbar die Überlebensaussichten und senkt das Risiko für Metastasen.

Bei Prostatakrebspatienten, die auch nach der Operation anhaltend oder wiederkehrend hohes Prostata-spezifisches Antigen (PSA) im Blut aufweisen, ist ein Krankheitsrückfall wahrscheinlich, weshalb ihnen oftmals eine Strahlentherapie empfohlen wird. Diese „Salvage“-Strahlentherapie mit einer Antiandrogentherapie zu verbinden, ist offenbar lohnenswert, wie aus einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervorgeht.

An der Studie nahmen 760 Patienten teil, denen wegen Prostatakrebs die Prostata und die umliegenden Lymphknoten operativ entfernt wurden. Bei allen lag laut histologischer Untersuchung ein Tumorstadium T2 oder T3 vor, bei keinem waren Lymphknoten befallen. Die PSA-Werte blieben anhaltend hoch, sodass eine Strahlentherapie empfohlen wurde. Zusätzlich wurde während und nach der Strahlentherapie – ausgewählt nach dem Zufallsprinzip – 24 Monate lang eine Antiandrogentherapie mit Bicalutamid durchgeführt oder ein Scheinmedikament (Placebo) verabreicht.  

Nach zwölf Beobachtungsjahren betrug die jährliche Gesamtüberlebensrate in der Bicalutamidgruppe 76 Prozent, in der Placebogruppe 71 Prozent – der Unterschied war signifikant. Signifikant mehr Patienten der Placebogruppe als der Bicalutamidgruppe waren an den Folgen der Prostatakrebserkrankung verstorben oder hatten Metastasen (Tochtergeschwülste) in anderen Organen entwickelt. Hinsichtlich der Häufigkeit strahlenbedingter Spätschäden gab es zwischen den Gruppen keinen Unterschied. Jedoch waren erwartungsgemäß mehr Patienten der Bicalutamidgruppe als der Placebogruppe von Gynäkomastie, einer typischen Nebenwirkung der Antiandrogentherapie mit Vergrößerung der Brust, betroffen.

Eine zusätzlich zur Salvage-Strahlentherapie durchgeführte Antiandrogentherapie mit Bicalutamid kann bei Patienten mit wiederkehrendem Prostatakrebs gegenüber der alleinigen Strahlentherapie die Überlebensaussichten verbessern und die Gefahr für Metastasen in anderen Organen senken.

 

Quelle:

Shipley, W. U. et al.: Radiation with or without Antiandrogen Therapy in Recurrent Prostate Cancer. New England Journal of Medicine 2017, 376:417-428

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35