Wiederkehrender Eierstockkrebs: PARP-Hemmer versus Chemotherapie

Nachricht vom 15.04.2022

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Die PARP-Hemmertherapie bestätigt sich in einer Studie als wirksame Alternative zur erneuten Chemotherapie.

Wenn bei Patientinnen, die eine Mutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen aufweisen, Eierstockkrebs nach einer Platin-basierten Chemotherapie weiter voranschreitet oder wieder neu auftritt, können sie mit einem PARP-Hemmer behandelt werden. Nun zeigt ein direkter Vergleich mit einer erneuten Chemotherapie in dieser Situation deutliche Überlebensvorteile durch den Einsatz des PARP-Hemmers. Der Bericht zu der aktuellen Studie erschien in der Fachzeitschrift Lancet Oncology.

Die Studie wurden in zwölf Ländern durchgeführt, 349 Patientinnen ab 18 Jahren nahmen daran teil. Bei allen lag ein BRCA1- oder BRCA2-veränderter Tumor in den Eierstöcken vor. Sie hatten deshalb bereits zwei oder mehr Chemotherapien hinter sich, jedoch war der Krebs zurückgekehrt. Nun bekamen sie entweder erneut eine Chemotherapie oder eine Therapie mit dem PARP-Hemmer.

Die PARP-Hemmertherapie führte zu einem längeren Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt. Auch schwerwiegende Nebenwirkungen traten unter der PARP-Hemmertherapie häufiger als unter der Chemotherapie auf, allerdings war die Mehrheit der vorkommenden Nebenwirkungen insgesamt mild bis moderat.

Damit, so die Studienautoren, habe sich der Einsatz des PARP-Hemmers bei Patientinnen mit voranschreitendem Eierstockkrebs und BRCA1- oder BRCA2-Mutation als wirksame alternative Behandlungsoption zur Chemotherapie bestätigt.

 

Quelle:

Kristeleit R et al. Rucaparib versus standard-of-care chemotherapy in patients with relapsed ovarian cancer and a deleterious BRCA1 or BRCA2 mutation (ARIEL4): an international, open-label, randomised, phase 3 trial. Lancet Oncology 2022, 23(4):465-78

 

(KvK)

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