Wie hoch ist das Rückfallrisiko bei Brustkrebs?

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Auch über einen langen Zeitraum bleibt ein gewisses Rückfallrisiko bestehen.

Eine bange Frage bei jeder Brustkrebserkrankung ist die, ob der Tumor nach der zunächst erfolgreichen Behandlung wiederkehren kann. In einer aktuellen Studie untersuchten Wissenschaftler, wie hoch das Rückfallrisiko bei Brustkrebs über einen Zeitraum von 24 Jahren ist. Ihre Ergebnisse präsentierten sie kürzlich in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

In den ersten fünf Jahren ist das Risiko am höchsten

Die Forscher bezogen ihre Daten aus vier internationalen Studien mit mehr als 4.100 Brustkrebspatientinnen, die zwischen 1978 und 1985 erkrankt waren. Die Rückfallrate war mit zehn Prozent in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose am höchsten, mit einem Gipfel in den Jahren eins und zwei. In diesen ersten fünf Jahren erlitten Patientinnen mit hormonempfindlichem, also Östrogen-Rezeptor-positivem Brustkrebs seltener einen Rückfall als Patientinnen mit hormonunempfindlichem, also Östrogen-Rezeptor-negativem Brustkrebs. Danach kehrten sich die Verhältnisse um. Bei den Patientinnen mit Östrogen-Rezeptor-positivem Brustkrebs blieben die Rückfallraten zehn Jahre nach der Diagnose und später konstant – selbst dann, wenn die Lymphknoten in den Achselhöhlen nicht befallen waren.

Hormonempfindliche Tumoren im Fokus

Patientinnen mit Östrogen-Rezeptor-positivem Brustkrebs behalten über einen langen Zeitraum ein signifikantes Rückfallrisiko, so die Studienautoren zusammenfassend. Dies und mögliche Therapiestrategien zur Senkung dieses Risikos müsse in künftigen Studien weiter untersucht werden.

 

Quelle:

Colleoni, M. et al.: Annual Hazard Rates of Recurrence for Breast Cancer During 24 Years of Follow-Up: Results From the International Breast Cancer Study Group Trials I to V. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. Januar 2016, doi: 10.1200/JCO.2015.62.3504

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.07.2017 14:17