Kardiorespiratorische Fitness und Krebsrisiko

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Je höher die kardiorespiratorische Fitness, desto niedriger ist das Risiko für Lungen- und Darmkrebs

Ein Maß dafür, wie gesund man ist und welches individuelle Risiko für Herzkreislauferkrankungen besteht (zum Beispiel für plötzlichen Herztod), ist die sogenannte kardiorespiratorische Fitness (CRF). Sie zeigt an, wie gut der Körper durch die Atmung und den Blutkreislauf mit Sauerstoff versorgt wird. Im mittleren Lebensalter besteht bei Männern offenbar auch ein Zusammenhang zu bestimmten Krebserkrankungen bzw. der krebsbedingten Sterblichkeit. Darüber berichteten Wissenschaftler kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA Oncology.

Die Untersuchung wurde an einer Klinik für Präventivmedizin in den USA durchgeführt. Sie umfasste knapp 14.000 Männer. Zu Beginn der Untersuchung wurde anhand medizinischer Untersuchungen, der Erfassung von Herzkreislaufrisiken und einem Test auf dem Laufband deren kardiorespiratorische Fitness bestimmt. Die Einstufung dieser Fitness erfolgte in drei Grade: niedrig (20%), mittel (40%) und hoch (> 40%). In den folgenden Jahren wurden alle Fälle von Lungen-, Darm- oder Prostatakrebs registriert.

Männer mit einer hohen CRF erkrankten im Vergleich zu Männern mit niedriger CRF seltener an Lungen- und Darmkrebs. Zudem hatten Männer mit hoher CRF im mittleren Erwachsenenalter ein um 32 Prozent geringeres Risiko, an Krebs zu sterben, und ein um 68 Prozent geringeres Risiko, nach einer Krebsdiagnose an einer Herzkreislauferkrankung zu sterben – auch hier wieder im Vergleich zu Männern mit niedriger CRF.

Im mittleren Erwachsenenalter seien Männer, die eine hohe kardiorespiratische Fitness aufweisen, offenbar im Vorteil, so die Studienautoren: Sie erkranken seltener an Lungen- und Prostatakrebs und sterben, wenn sie doch an Krebs erkranken, seltener an den Folgen.

 

Quelle:

Lakoski, S. G. et al.: Midlife Cardiorespiratory Fitness, Incident Cancer, and Survival After Cancer in Men. The Cooper Center Longitudinal Study. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 26. März 2015, doi:10.1001/jamaoncol.2015.0226

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18