Wie Gewichtszunahme und Darmkrebs zusammenhängen

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Eine Zunahme des Taillenumfangs und Störungen im Zuckerstoffwechsel scheinen dafür verantwortlich zu sein, dass eine Gewichtszunahme im Erwachsenenalter mit einer Erhöhung des Risikos für Dickdarmkrebs einhergeht.

Wer im Erwachsenenalter stark an Körpergewicht zulegt, erhöht sein Risiko für Darmkrebs. Wissenschaftler untersuchten in einer Studie die Hintergründe dieses Zusammenhangs und präsentierten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift American Journal of Epidemiology.

Die Forscher werteten die Daten von 452 Patienten mit Darmkrebs aus und verglichen sie mit ebenso vielen nicht daran erkrankten Teilnehmern der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC)-Studie. Personen, die jedes Jahr mindestens 300 Gramm schwerer wurden, hatten im Vergleich zu jenen mit einer Zunahme von weniger als 300 Gramm pro Jahr ein rund 50 Prozent höheres Risiko für Darmkrebs. Dies betraf allerdings nur bösartige Tumoren des Dickdarms (Kolonkarzinom), nicht des Enddarms (Rektumkarzinom). Eine entsprechende Risikoerhöhung gab es auch bei Personen mittleren Alters, die über einen Zeitraum von 30 Jahren mehr als neun Kilogramm an Gewicht zulegten. Hingegen hatten Kontrollpersonen derselben Altersgruppe, deren Körpergewicht langfristig stabil war, kein erhöhtes Darmkrebsrisiko.

Doch nicht nur die reine Gewichtszunahme spielte eine Rolle. Gleichzeitig veränderten sich auch zwei Biomarker: Der sogenannte Leptinrezeptor nahm ebenso zu wie der HbA1c-Wert, der auf eine anhaltende Störung des Zuckerstoffwechsels schließen lässt.

Dies, so die Studienautoren, spreche dafür, dass die Vermehrung von Bauchfett und anhaltende Störungen im Zuckerstoffwechsel bei Gewichtszunahme die Ursachen für das erhöhte Darmkrebsrisiko sein könnten.

 

Quelle:

Aleksandrova, K. et al.: Metabolic Mediators of the Association Between Adult Weight Gain and Colorectal Cancer: Data from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) Cohort. American Journal of Epidemiology 2017, 185(9):751-764

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.08.2017 15:05