Wie Fettleibigkeit das Brustkrebsrisiko beeinflusst

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Starkes Übergewicht erhöht das Risiko für Brustkrebs und verschlechtert die Prognose im Erkrankungsfall. Eine Erklärung könnten Veränderungen an bestimmten Genen sein

Zu viele Pfunde auf den Rippen sind ein gesundheitliches Risiko: Wie bereits seit längerem bekannt ist, erhöht starkes Übergewicht (Fettleibigkeit) die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken und im Falle einer Erkrankung daran zu versterben. Auf der Suche nach den Gründen für diesen Zusammenhang stießen Wissenschaftler jetzt auf einen Mechanismus, mit dem Gene im Falle von Fettleibigkeit quasi „manipuliert“ werden. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention.

Die Forscher untersuchten mehr als 900 Gewebeproben von 345 Brustkrebspatientinnen. Die Mehrzahl dieser Tumoren stand mit Fettleibigkeit, also einem Body Mass Index (BMI) von mindestens 30, in Verbindung. Es stellte sich ein verändertes Methylierungsmuster in zwei Genorten bei allen Tumoren sowie 21 Genorten bei im Besonderen Östrogen-Rezeptor-positiven Tumoren heraus, die für die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogens empfindlich sind. Die veränderte Methylierung betraf Gene, die Funktionen bei der Immunabwehr, dem Zellwachstum und der Reparatur von DNA-Schäden ausüben – und damit bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen.

Vor allem bei Östrogen-Rezeptor-positivem Brustkrebs sei Fettleibigkeit offenbar mit einer verstärkten Methylierung von Genen verbunden, die in die Entstehung von Krebs eingebunden seien. Dies, so die Studienautoren, erkläre womöglich die Verbindung von Fettleibigkeit und dem Brustkrebsrisiko bzw. der ungünstigeren Prognose im Falle einer Brustkrebserkrankung und eigne sich als Ziel für Präventions- und Therapiemaßnahmen.

 

Quelle:

Hair, B. Y. et al.: Body Mass Index Is Associated with Gene Methylation in Estrogen Receptor–Positive Breast Tumors. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention 2015, 24(3):580–586

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.09.2017 21:52