Wie die Patienten ihr Befinden einschätzen

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

...sagt etwas über die Prognose nach einer Stammzelltransplantation aus.

Mit dem Patienten ein umfassendes Gespräch zu führen und ihm dabei genau zuzuhören, welche Beschwerden und Einschränkungen er schildert, ist immer eine gute Empfehlung. Doch wie wichtig die Selbsteinschätzung durch Patienten ist, unterstreichen einmal mehr die Ergebnisse einer neuen Studie in der Fachzeitschrift Cancer. Demnach lassen die Berichte von Patienten mit Blut- oder Lymphdrüsenkrebs über ihr Befinden vor einer Stammzelltransplantation sogar Rückschlüsse auf die Prognose nach dem Eingriff zu.

Die bisherigen Kriterien zur Einschätzung des Risikos bei einer Stammzelltransplantation umfassen klinische Parameter und Krankheitsvariablen wie messbare Symptome und das Krankheitsstadium. In der neuen Studie wurden Patienten vor einer allogenen oder autologen Stammzelltransplantation zu ihrem allgemeinen körperlichen Befinden befragt. 

Der Zusammenhang, der sich ergab, war eindeutig: Je mehr körperliche Einschränkungen die Patienten empfanden, desto höher war ihr Sterberisiko nach der Stammzelltransplantation. Die Vorhersage der Prognose lasse sich durch die Selbsteinschätzung der Patienten verbessern, wodurch die Therapie entsprechend angepasst werden kann, schlussfolgerten die Studienautoren aus den Ergebnissen. Jeder Patient solle deshalb vor einer Stammzelltransplantation mit einem standardisierten Fragebogen zu seinem Befinden befragt werden.

 

Quelle:

Wood, W. A. et al.: Patient-reported physical functioning predicts the success of hematopoietic cell transplantation (BMT CTN 0902). Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 6. Oktober 2015, DOI: 10.1002/cncr.29717

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 24.07.2017 21:10