Wenn’s juckt oder brennt

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Anhaltender Juckreiz kann ein Anzeichen für Vulvakrebs sein. Solche Beschwerden sollten in jedem Falle durch den Gynäkologen abgeklärt werden.

Unangenehmes Jucken im Genitalbereich? Für die meisten - und das nicht unberechtigt – ein Anlass, an eine Infektion oder auch einen Mangel an Östrogenen, wie er in den Wechseljahren und danach vorkommt, zu denken. Doch kann sich, gerade bei älteren Frauen, auch Vulvakrebs (Vulva = Schamhügel) hinter diesen Beschwerden verbergen (Zeitschrift Gynäkologie & Geburtshilfe).

Mit dem Lebensalter steigt das Risiko für Vulvakrebs. Insgesamt hat die Häufigkeit von Neuerkrankungen in den letzten Jahren zugenommen, pro Jahr sind es hierzulande derzeit etwa 4.400 Fälle. Eine spezielle Vorsorge- bzw. Früherkennungsuntersuchung auf Vulvakrebs und seine Vorstufen gibt es nicht, doch kann der Frauenarzt bestimmte Anzeichen erkennen. So sollten Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder Berührungsempfindlichkeit im Genitalbereich immer gynäkologisch abgeklärt werden. Auch Schmerzen beim Wasserlassen, tastbare Veränderungen im Vulvabereich und selten auch Blutungen können vorkommen.

Bei der Therapie von Vulvakrebs steht noch immer die Operation an erster Stelle. In fortgeschrittenen Stadien kann unter Umständen auch eine Strahlentherapie als erste Behandlung in Erwägung gezogen werden, die dann oft mit einer Chemotherapie kombiniert wird. Insgesamt ist die Prognose bei Vulvakrebs gut, wobei sie, wie bei den meisten Krebsarten davon abhängt, wie weit fortgeschrittenen die Erkrankung zum Zeitpunkt der Erstdiagnose ist, etwa wie groß der Tumor ist und ob er sich bereits in Lymphknoten ausgebreitet hat oder nicht. Zudem ist gerade am Anfang nach der Operation eine engmaschige Nachsorge alle drei Monate erforderlich. Dank der Gründung einer Selbsthilfegruppe (VulvaKarzinom-Selbsthilfegruppe e.V.) gibt es in Deutschland ein engagiertes Netzwerk für betroffene Frauen.

 

Quelle:

Jückstock J et al. Vorsicht bei anhaltenden Beschwerden. Pruritus vulvae kann auch ein Karzinom sein. gynäkologie + geburtshilfe 2018; 23(1):26-8

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.04.2018 09:22