Wenn schwarzer Hautkrebs nicht schwarz ist

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Auch wenig oder gar nicht pigmentierte maligne Melanome kommen vor. Sie rechtzeitig zu erkennen ist eine besondere Herausforderung.

Schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, kommt vielgestaltig daher. In den meisten Fällen sind die Tumoren schwarz, da sie von den pigmentbildenden Zellen, den Melanozyten, ausgehen. Doch gibt es auch „entfärbte“, also kaum oder gar nicht pigmentierte Melanome, in der Medizinersprache amelanotische oder hypo(= wenig)melanotische Melanome genannt. Sie sind besonders tückisch, weil sie oft erst spät als bösartig erkannt werden. Wissenschaftler untersuchten jetzt in einer Studie das Verhalten solcher wenig oder gar nicht pigmentierten Melanome und berichteten über ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Die Forscher untersuchten die Eigenschaften von 3.913 malignen Melanomen, von denen 384, also knapp 10 Prozent wenig oder gar nicht pigmentiert waren. Diese hypo- oder amelanotischen Melanome traten bevorzugt bei Personen mit hellem Hauttyp I auf, ebenso bei Personen mit roten oder blonden Haaren. Zudem ging ihnen häufig eine aktinische Keratose voraus. Bevorzugte Hautpartien waren das Gesicht, die Ohren, der seitliche Hals, die Oberseite der Arme, die Handrücken und die Oberseite der Unterschenkel – und somit Bereiche, die eher dem Sonnenlicht ausgesetzt sind als die übrigen Körperstellen.

Oft waren die Tumoren bei der Diagnose schon vergleichsweise dick und wiesen eine hohe Mitoserate auf, was für ein rasches, aggressives Wachstum spricht. Das Sterberisiko war bei hypo- oder amelanotischen Melanomen höher als bei pigmentierten Melanomen. Wurde jedoch die unterschiedliche Tumordicke bei der Diagnose als Einflussfaktor berücksichtigt, glichen sich die Sterberaten für wenig oder gar nicht pigmentierte Melanome und pigmentierte Melanome an. 

Dies deutet daraufhin, dass verstärkte Anstrengungen unternommen werden müssten, diese Art von Melanomen früher zu erkennen. Dann könne sich die Prognose vermutlich verbessern, so die Studienautoren. 

 

Quelle:

Wee E et al. Clinically amelanotic or hypomelanotic melanoma: Anatomic distribution, risk factors, and survival. Journal of the American Academy of Dermatology 2018, 79(4):645-51.e4

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 19.10.2018 15:04