Wenn schwarzer Hautkrebs nicht nur einmal kommt

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Eine familiäre Vorgeschichte an Melanomen und bestimmte genetische Veränderungen beeinflussen bei Personen, die mehrfach an schwarzem Hautkrebs erkranken, die Prognose.

Schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, kann nicht nur einmal im Leben auftreten. Wissenschaftler untersuchten in einer Studie, welchen Einfluss die Familienvorgeschichte an schwarzem Hautkrebs und bestimmte Genmutationen auf den Krankheitsverlauf und die Prognose bei Personen haben, die gleich an mehreren Melanomen erkrankt sind. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlich.

Die Forscher verglichen die Daten von Patienten mit mehreren malignen Melanomen mit denen von engen Familienangehörigen sowie Kontrollpersonen gleichen Alters und Geschlechts. Demnach waren Patienten, bei denen schwarzer Hautkrebs bereits in der Familie vorgekommen war und die selbst eine Veränderung (Mutation) im sogenannten CDKN2A-Gen aufwiesen, bei der Diagnose des zweiten Melanoms am jüngsten – die Hälfte von ihnen war zu diesem Zeitpunkt höchstens 42 Jahre alt. Diese Personen hatten zudem innerhalb der Gruppe mit mehreren Melanomen das höchste Risiko, im Laufe des Lebens an mehr als zwei Melanomen zu erkranken. Solche Veränderungen im CDKN2A-Gen finden sich erfahrungsgemäß bei einem Viertel bis der Hälfte aller Familien, in denen schwarzer Hautkrebs gehäuft vorkommt.

In der Studie hatten Personen mit CDKN2A-Mutation im Vergleich zu Personen mit einer Familienvorgeschichte an schwarzem Hautkrebs ohne CDKN2A-Mutation und Personen mit mehreren Tumoren ohne familiäre Vorgeschichte die ungünstigsten Überlebensaussichten. Sie und ihre Familienangehörigen ersten Grades waren außerdem die einzigen mit einem erhöhten Risiko für Krebs anderer Organe.

Da es sich bei den untersuchten Patienten um Untergruppen der ohnehin schon kleinen Zahl von Patienten mit mehr als einem malignen Melanom handelte, ist die Datenmenge der Studie gering, was ihre Aussagekraft schwäche, so die Studienautoren. Dennoch zeige die Studie deutlich, dass genetische CDKN2A-Veränderungen gepaart mit einer familiären Häufung von schwarzem Hautkrebs den Krankheitsverlauf und die Prognose der Betroffenen signifikant beeinflussen können.

 

Quelle:

Helgadottir H et al. Cancer risks and survival in patients with multiple primary melanomas: Association with family history of melanoma and germline CDKN2A mutation status. Journal of the American Academy of Dermatology 2017, 77(5):893-901

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14