Wenn schwarzer Hautkrebs auf die weichen Hirnhäute übergeht

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Die Überlebensaussichten sind dann nur noch äußerst gering. Immuntherapien mit Checkpoint-Blockern bringen offenbar einen kleinen Hoffnungsschimmer.

Breitet sich schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, auf die weichen Hirnhäute aus und bildet sogenannte leptomeningeale Metastasen, verbleiben den Betroffenen in der Regel nur noch wenige Wochen zu leben. Nun versprechen neue zielgerichtete Therapien und Immuntherapie mit Checkpoint-Blockern Verbesserungen. Wissenschaftler berichteten kürzlich über ihre Beobachtungen in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

Die Forscher untersuchten die Daten von 39 Patienten mit leptomeningealen Metastasen eines Melanoms, die zwischen 2010 und 2015 in den Niederlanden behandelt worden waren. 34 der Patienten hatten zusätzlich Hirnmetastasen entwickelt. 

Therapie verlängert das Überleben

14 Patienten konnten nicht mehr behandelt werden, weil sich die Krankheit rasend schnell entwickelte und sich ihr allgemeiner Gesundheitszustand zunehmend verschlechterte. Von diesen Patienten war die Hälfte bereits nach knapp drei Wochen verstorben (medianes Überleben). Die übrigen 25 Patienten konnten behandelt werden – von ihnen war die Hälfte nach knapp 17 Wochen noch am Leben. 21 Patienten hatten eine zielgerichtete Therapie mit oder ohne Immuntherapie sowie mit oder ohne Strahlentherapie erhalten. Ihr medianes Überleben lag bei rund 22 Wochen. 

Langzeitansprechen scheint möglich

Von den fünf Patienten, die zwar leptomeningeale Metastasen, jedoch keine Hirnmetastasen entwickelt hatten, verstarben drei innerhalb von drei Wochen, bevor mit einer Therapie begonnen werden konnte. Bei den beiden anderen jedoch konnte ein Rückgang des Tumors erreicht werden – sie befanden sich zum Zeitpunkt der Analyse noch immer in Remission ohne weiteres Voranschreiten der Erkrankung: Bei einem Patienten, der mit dem PD-1-Blocker Dabrafenib behandelt worden war, dauerte die Remission bereits 26 Wochen, bei dem anderen, der eine Hirnbestrahlung und den PD-1-Blocker Ipilimumab erhalten hatte, sogar 235 Wochen.

Fazit

Noch immer seien die Überlebensaussichten bei leptomeningealen Metastasen eines malignen Melanoms äußerst ungünstig, so die Studienautoren. Doch könnten mit zielgerichteter Therapie und Immun-Checkpoint-Blockern womöglich langfristige Ansprechraten und damit deutlich längere Überlebenszeiten erreicht werden. Für Patienten mit leptomeningealen Metastasen sollten diese Therapieoptionen deshalb in Betracht gezogen werden, sofern ihr Zustand dies zulasse.

 

Quelle:

Geukes Foppen, M. H. et al.: Targeted treatment and immunotherapy in leptomeningeal metastases from melanoma. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 8. März 2016, doi: 10.1093/annonc/mdw134

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 21.11.2017 17:21