Wenn Leberkrebs nicht operiert werden kann

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Eine systemische Kombinationstherapie kann Überlebensvorteile bringen.

Patienten mit inoperablem Leberkrebs können offenbar von einer Kombination aus Immuntherapie und zielgerichteter Therapie profitieren. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine hervor.

An der Phase III-Studie nahmen 501 Patienten teil, bei denen Leberkrebs diagnostiziert worden war und sich der Tumor als nicht-operabel herausstellte. Eine systemische, also im ganzen Körper wirkende Therapie gegen den Krebs hatten sie vor ihrer Teilnahme an der Studie noch nicht erhalten. Nach dem Zufallsprinzip erhielten die Teilnehmer entweder eine Kombination aus Anti-PD-L1-Checkpointblocker und Angiogenesehemmer oder die Standardtherapie mit einem Multikinasehemmer.

Die Kombination aus Immuntherapie und Angiogenesehemmer brachte den Betroffenen Überlebensvorteile: Sowohl das Gesamtüberleben nach einem Jahr als auch das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, waren besser als bei der Standardtherapie. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten in beiden Therapiegruppen gleichermaßen häufig auf.

Damit, so die Interpretation der Studienautoren, konnten dieser Studie Patienten mit inoperablem Leberkrebs von einer kombinierten Therapie aus Anti-PD-L1-Checkpointblockade und Angiogenesehemmung profitieren. Bei der Angiogenesehemmung wird vor allem die Durchblutung des Tumorgewebes behindert, bei der Immuncheckpointblockade geht es darum, die körpereigene Abwehr gegen den Krebs anzukurbeln.

 

Quelle:

Finn RS et al. Atezolizumab plus Bevacizumab in Unresectable Hepatocellular Carcinoma. New England Journal of Medicine 2020, 382:1894-905

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 30.05.2020 20:51