Wenn junge Erwachsene erkranken

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Im jungen Erwachsenenalter entstehen durch eine Krebserkrankung oft besonders hohe Belastungen.

Junge Erwachsene zwischen 20 und 39 Jahren erkranken deutlich seltener an Krebs als ältere Menschen. Doch sind die sozialen und ökonomischen Belastungen, die mit der Erkrankung verbunden sein können, für sie oft sehr hoch. Dies geht aus einem Studienbericht in der Fachzeitschrift Lancet Oncology hervor.

Um die Häufigkeit und den Verlauf von Krebserkrankungen bei Personen zwischen 20 und 39 Jahren genauer unter die Lupe zu nehmen, führten die Forscher eine bevölkerungsbasierte Studie mit jungen Erwachsenen weltweit durch. Sie stellten für das Jahr 2012 weltweit 975.396 neue Krebsfälle und 358.392 krebsbedingte Todesfälle bei 20- bis 39-Jährigen fest, was eine altersstandardisierte Erkrankungsrate von 43,3 neuen Fällen pro 100.000 Personen pro Jahr und eine krebsbedingte Sterberate von 15,9 Fällen pro 100.000 pro Jahr bedeutete. Frauen waren stärker betroffen als Männer. Die häufigsten Krebsarten waren Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, Schilddrüsenkrebs, Leukämie und Darmkrebs. Die häufigsten Sterbefälle gingen auf Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs bei Frauen, Leberkrebs und Leukämie zurück.

Zwischen den verschiedenen geographischen Regionen der Welt gab es große Unterschiede hinsichtlich der Krebsarten und -häufigkeiten. So traten beispielweise in Entwicklungsländern erheblich mehr Krebsfälle infolge von Infektionen auf. In hoch entwickelten Ländern stiegen die Krebsraten im Vergleich zu denen in niedrig entwickelten Ländern stärker, jedoch war die krebsbedingte Sterblichkeit in niedrig entwickelten Ländern deutlich höher.

Die Belastungen durch eine Krebserkrankung sind bei jungen Erwachsenen enorm hoch, so die Studienautoren. In dieser Lebensspanne stehen normalerweise die Ablösung von den Eltern, die berufliche Ausbildung und die Gründung einer eigenen Familie im Vordergrund. Sich in dieser Zeit mit einer womöglich lebensbedrohenden Krebserkrankung und damit der eigenen Endlichkeit auseinandersetzen zu müssen, ist eine große Herausforderung. Es sei deshalb nach Ansicht der Studienautoren notwendig, in der (psycho)onkologischen Betreuung der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

 

Quelle:

Fidler M M et al. Cancer incidence and mortality among young adults aged 20–39 years worldwide in 2012: a population-based study. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 27. Oktober 2017, http://dx.doi.org/10.1016/S1470-2045(17)30677-0

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs im jungen Erwachsenenalter

Themen:

    Zurück

    Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14