Wenn essen nicht mehr funktioniert

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Eine gute Ernährungsberatung kann die Situation von Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs verbessern und ihnen helfen, ihr Körpergewicht zu stabilisieren. Dies verbessert auch die Prognose.

Viele Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs haben Probleme mit der Ernährung – sie leiden unter Beschwerden, die ihnen das Essen verleiden oder gar unmöglich machen, wie Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit, frühe Sättigung, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung und chronische Erschöpfung (Fatigue). Deshalb verlieren sie oft schon früh im Krankheitsverlauf an Gewicht und sind mangelernährt. Dies kann die Prognose verschlechtern, weshalb rechtzeitig effektive Maßnahmen eingeleitet werden sollten, wie Wissenschaftler in einem Artikel in der Fachzeitschrift Der Onkologe beschreiben.

Es wird Bauchspeicheldrüsenkrebspatienten empfohlen, sich nach der Diagnosestellung und während der Therapie von einem Ernährungsberater begleiten zu lassen. Eine gezielte Ernährungstherapie kann der Gewichtsabnahme und Mangelernährung entgegenwirken. Sie erfolgt in enger Absprache mit dem Patienten und berücksichtigt seine individuellen Wünsche. Gleichzeitig ist sie darauf ausgerichtet, die Beschwerden, die die Nahrungsaufnahme erschweren, zu lindern. Die Patienten erhalten Lebensmittel mit hoher Energiekonzentration, wenn nötig gibt es zusätzlich oder allein eine Ernährung über eine Magensonde oder eine Vene.

Wenn die Bauchspeicheldrüse stark in ihrer Funktion gestört ist, sodass bestimmte Bauchspeicheldrüsenenzyme nicht mehr gebildet werden, scheiden die Patienten Fettstühle aus. Der Fettanteil im Stuhl ist dann also besonders hoch. Die Folge sind Bauchschmerzen, Blähungen und Gewichtsverlust. Auch können die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K nicht mehr ausreichend vom Körper aufgenommen werden, bestimmte Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium fehlen ebenso wie Fett- und Aminosäuren. Die betroffenen Patienten benötigen eine umfassende Schulung darüber, wie sie die fehlenden Bauchspeicheldrüsenenzyme in der richtigen Menge und zum richtigen Zeitpunkt einnehmen müssen, um die Probleme zu beheben.

Grundsätzlich, so die Zusammenfassung des Artikels, kann eine individuelle Ernährungstherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs den Appetit der Patienten verbessern und ihr Gewicht stabilisieren. 

 

Quelle:

Reudelsterz C et al. Pankreaskarzinom - Bedeutung der Ernährung. Onkologe 2019, 25:717-23

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.11.2019 18:05