Wenn eine Metastase auf das Rückenmark drückt

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Eine Operation kann schnell Abhilfe schaffen. 

Wenn sich bösartige Tumoren über ihren Entstehungsort hinaus ausbreiten und in der Wirbelsäule Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, bilden, drohen ernsthafte Komplikationen wie Schmerzen, Lähmungserscheinungen oder Wirbelbrüche. Eine Operation zusätzlich zur Strahlentherapie und Chemotherapie kann in solchen Fällen rasch Hilfe bringen und die Lebensqualität verbessern. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Die Forscher werteten die Daten von 142 Patienten aus, bei denen sich eine Metastase in der Wirbelsäule gebildet hatte und auf die Rückenmarksnerven drückte (spinales Kompressionssyndrom). Die Patienten wurden operiert und während der darauffolgenden zwölf Monate regelmäßig nach Beschwerden und ihrer Lebensqualität befragt.

Sechs Monate nach der Operation hatten sich die Beschwerden in den Beinen deutlich gebessert, Schmerzen waren gelindert, die Lebensqualität gestiegen. Lediglich zwei Patienten benötigten aufgrund von Komplikationen einen zweiten chirurgischen Eingriff, Wundkomplikationen traten bei zehn Prozent der Patienten auf.

Die Studie unterstreiche, dass bei einer Kompression des Rückenmarks durch eine Wirbelsäulenmetastase die Operation neben der Strahlen- und Chemotherapie eine effiziente Möglichkeit sei, Schmerzen sowie neurologische und funktionale Beschwerden rasch zu bessern und die Lebensqualität zu steigern.

 

Quelle:

Fehlings, M. G. et al.: Survival and Clinical Outcomes in Surgically Treated Patients With Metastatic Epidural Spinal Cord Compression: Results of the Prospective Multicenter AOSpine Study. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 23. November 2015, doi: 10.1200/JCO.2015.61.9338

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07