Wenn ein multiples Myelom nicht anspricht

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Bei Patienten, deren Erkrankung auf herkömmliche Therapien nicht anspricht, kann unter Umständen ein neuartiger Wirkstoff Besserung bringen. 

Manche Patienten mit multiplem Myelom sprechen auf keinen der derzeit üblichen Wirkstoffe an, selbst dann nicht, wenn diese miteinander kombiniert werden. In einem solchen Fall kann eventuell eine ganz neue Substanz Hilfe bringen – ein sogenannter Exportin-1-Hemmer. Dies zeigte sich in einer Studie, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.

Der Wirkstoff blockiert Exportin-1, das in vielen Tumorzellen besonders aktiv ist und u.a. die den Tumor unterdrückenden Proteine p53 und p21 aus dem Zellkern herausbefördert. Wenn dies durch den Exportin-1-Hemmer unterdrückt wird, ist der Zyklus der Krebszellen unterbrochen und die Zellen sterben ab. 

An der Studie nahmen Patienten mit multiplem Myelom teil, deren Krankheit trotz zahlreicher vorangegangener Therapien weiter voranschritt. Nun wurden sie, sozusagen als letzte Option, mit dem Exportin-1-Hemmer behandelt. Gut ein Viertel von ihnen (26%) sprach auf die Therapie an, bei zwei Patienten war das Ansprechen sogar komplett. Die Hälfte der Patienten war nach neun Monaten noch am Leben. Häufige Nebenwirkungen der Therapie waren anhaltende Erschöpfung (Fatigue), Übelkeit und verminderter Appetit sowie eine Senkung der Blutplättchenzahl mit verstärkter Blutungsneigung.

Immerhin jeder vierte Patient mit multiplem Myelom, das sich zuvor als resistent gegen die bislang zur Verfügung stehenden Therapien erwiesen hatte, sprach auf die Behandlung mit dem Exportin-1-Hemmer an, so die Zusammenfassung der Studienautoren.

 

Quelle:

Chari A et al. Oral Selinexor–Dexamethasone for Triple-Class Refractory Multiple Myeloma. New England Journal of Medicine 2019; 381:727-38

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 14.10.2019 16:43