Wenn ein Melanom „farblos“ ist

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Unpigmentierte Melanome werden oft erst spät als schwarzer Hautkrebs erkannt.

Eine besondere Form von schwarzem Hautkrebs ist das unpigmentierte, amelanotische maligne Melanom. Aufgrund seines untypischen Aussehens wird es häufig nicht als bösartig erkannt, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology berichteten.

An einer Untersuchung nahmen 933 Patienten mit bereits bestätigtem Melanom teil. 342 von ihnen hatten ein amelanotisches Melanom, die übrigen ein pigmentiertes. Die Patienten mit amelanotischem Melanom waren älter, sie hatten häufiger eine Vorgeschichte mit nicht-melanozytärem hellem Hautkrebs. Dafür waren in ihrer Familie seltener schon maligne Melanome vorgekommen. Auch hatten diese Patienten seltener sehr viele (> 50) Leberflecken, sogenannte Nävi, und seltener auch untypische, sogenannte dysplastische Nävi, aus denen sich mit höherer Wahrscheinlichkeit Melanome entwickeln können. Amelanotische Melanome traten häufiger am Kopf oder Hals auf und zeigten oft ein aggressives Wachstum mit rascher Ausbreitung in die Tiefe, Geschwüren (Ulzerationen) und Knötchenbildung. Seltener hatten sie sich aus einem Nävus entwickelt.

Die Diagnose war den Ärzten bei den Patienten mit amelanotischem Melanom insgesamt schwieriger gefallen – ein Viertel von ihnen hatte zunächst eine falsche Diagnose erhalten, im Gegensatz zu zwölf Prozent der Patienten mit pigmentiertem Melanom. Und auch die Überlebenschancen waren bei den amelanotischen Melanomen geringer als bei den pigmentierten.

Eine höhere Aufmerksamkeit dafür, dass es auch unpigmentierte Melanome geben kann, könne womöglich dazu beitragen, die Entdeckung solcher Tumoren zu erleichtern, so die Studienautoren. 

 

Quelle:

Strazzulla LC et al. Clinicopathologic, misdiagnosis, and survival differences between clinically amelanotic melanomas and pigmented melanomas. Journal of the American Academy of Dermatology 2019, 80(5):1292-8

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 24.05.2019 09:19