Wenn die antihormonelle Therapie bei fortgeschrittenem Brustkrebs nicht mehr anspricht

Nachricht vom 21.09.2022

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Ein neuer Wirkstoff kann die Krankheit vorübergehend aufhalten.

Bei intensiv vorbehandelten Patientinnen mit metastasiertem Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs kann die Behandlung mit einem neuen Antikörper-Wirkstoff-Konjugat der dritten Generation im Vergleich zur Chemotherapie Überlebensvorteile bringen. Das zeigen die ersten Ergebnisse einer Phase III-Studie, die in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurden.

An der Studie nahmen Patientinnen teil, deren Tumor nach einem lokalen Rückfall oder Metastasierung nicht mehr auf eine antihormonelle Therapie ansprach. Alle hatten bereits mehrere Chemotherapien hinter sich, fast alle auch eine Therapie mit einem CDK4/6-Hemmer. In dieser Situation wird im Normalfall eine Chemotherapie durchgeführt, jedoch ist die Prognose eher ungünstig. In der aktuellen Studie erhielten die Teilnehmerinnen entweder die übliche Chemotherapie oder ein neues Antikörper-Wirkstoff-Konjugat. In letzterem richtet sich der enthaltene Antikörper gegen das Oberflächenantigen Trop-2, das bei vielen Tumoren auf der Oberfläche vorhanden ist. Der im Antikörper-Wirkstoff-Konjugat enthaltene Wirkstoff wird nach der Bindung des Antikörpers in die Krebszellen abgegeben. Er bewirkt eine Freisetzung von SN-38, das die Reparatur von DNA-Schäden verhindert und dadurch den Tod der Krebszelle ermöglicht.

Das Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, konnte durch das neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugat verlängert werden. Das Risiko für ein Voranschreiten des Tumors oder Tod sank infolge der Therapie mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat um 34 Prozent. Zum Gesamtüberleben konnten bislang noch keine validen Daten erhoben werden. Die häufigsten Nebenwirkungen Grad 3 oder mehr unter dem neuen Antikörper-Wirkstoff-Konjugat waren ein Abfall weißer Blutzellen (Neutropenie) und Durchfall.

Bei stark vorbehandelten Patientinnen mit metastasiertem Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs, der nicht mehr auf eine antihormonelle Therapie anspricht, kann eine Therapie mit dem neuen Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Überlebensvorteile bringen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren in dieser Zwischenanalyse der Studie. 

 

Quelle:

Rugo HS et al. Sacituzumab Govitecan in Hormone Receptor–Positive/Human Epidermal Growth Factor Receptor 2–Negative Metastatic Breast Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 26. August 2022, DOI https://doi.org/10.1200/JCO.22.01002

 

(KvK)

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