Wenn der Schlaf nicht mehr kommt

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Ein- und Durchschlafprobleme sind bei Krebspatienten häufig. In einer Studie suchten Wissenschaftler nach Zusammenhängen mit körperlichen Beschwerden infolge der Therapien.

Viele Krebspatienten kennen das Problem: Ungeachtet aller Müdigkeit will das Einschlafen nicht gelingen oder toben die Gedanken mitten in der Nacht durch den Kopf, als wäre es hellichter Tag, und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Schätzungsweise ein bis zwei Drittel aller Krebspatienten sind von Schlafstörungen betroffen, und die Krebstherapien können daran ihren Anteil haben, wie Wissenschaftler kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer berichteten.

Die Forscher befragten Patientinnen mit Brust- und Prostatakrebs über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren in viermonatigen Abständen danach, wie es sich mit ihrem Schlaf verhielt. Bei den Brustkrebspatientinnen zeigte sich ein Einfluss von Strahlen- und Chemotherapie auf die Schlafqualität, bei den Prostatakrebspatienten war es die Hormontherapie. Dabei spielten zahlreiche körperliche Symptome eine Rolle, die mit dem schlechten Schlaf verbunden waren. So erlebten Prostatakrebspatienten, die eine sogenannte Androgen-Deprivationstherapie zur Unterdrückung der männlichen Sexualhormone durchführten, nachts regelmäßig Schweißausbrüche, die sie am Durchschlafen hinderten.

Körperliche Beschwerden, die infolge der Therapien auftreten und den Schlaf behindern, sollten nach Ansicht der Studienautoren konsequent behandelt werden. In vielen Fällen könne es dadurch gelingen, Schlafstörungen zu lindern und die Schlafqualität wieder zu verbessern.

 

Quelle:

Savard, J. et al.: Cancer treatments and their side effects are associated with aggravation of insomnia: Results of a longitudinal study. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 11. Februar 2015, DOI: 10.1002/cncr.29244

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.05.2017 17:55