Wenn das Immunsystem gestört ist

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Forscher untersuchten, warum es nach Non-Hodgkin-Lymphomen häufiger zu schwarzem Hautkrebs kommt

Patienten, die an Lymphdrüsenkrebs, einem Non-Hodgkin-Lymphom, erkrankt sind, haben später ein erhöhtes Risiko für schwarzen Hautkrebs. Wissenschaftler untersuchten diesen Zusammenhang jetzt näher und stellten Faktoren heraus, die die Entstehung maligner Melanome nach einer Lymphomerkrankung begünstigen. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Die Forscher analysierten die Daten von fast 45.000 Personen im Alter von 66 bis 83 Jahren, die mindestens ein Jahr nach der Diagnose eines Non-Hodgkin-Lymphoms überlebten. Nach einer chronischen lymphatischen Leukämie bzw. kleinzelligen Lymphomen kam es in etwas mehr als einem Prozent zu einem malignen Melanom, nach anderen Non-Hodgkin-Lymphomen in rund 0,8 Prozent. Nach chronischer lymphatischer Leukämie bzw. kleinzelligem Lymphom war das Risiko für schwarzen Hautkrebs signifikant erhöht, wenn die Patienten eine Fludarabin-haltige Chemotherapie mit oder ohne Rituximab erhalten hatten. Auch wenn die Patienten vor oder nach einer chronischen lymphatischen Leukämie bzw. kleinzelligem Lymphom an einer Autoimmunerkrankung gelitten hatten, bei der T-Zellen des Immunsystems aktiviert waren, erkrankten sie häufiger an einem Melanom. Bei anderen Non-Hodgkin-Lymphomen spielten hingegen die Art der Therapie oder Autoimmunkrankheiten für das Melanomrisiko keine Rolle.

Auch bestimmte Infektionen waren in den Zusammenhang von Lymphomerkrankung und späterem malignem Melanom verwickelt, etwa Harnwegsinfekte, Lungenentzündungen und Infektionen im Magen-Darmbereich. Die Studienautoren gehen davon aus, dass Störungen des Immunsystems dafür verantwortlich sind. Überlebende eines Non-Hodgkin-Lymphoms sollten besonders achtsam in puncto Hautkrebsvorsorge und –früherkennung sein.

 

Quelle:

Lam, C. J. K. et al.: Risk Factors for Melanoma Among Survivors of Non-Hodgkin Lymphoma. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 3. August 2015, doi: 10.1200/JCO.2014.60.2094

 

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 22.09.2017 14:22