Wenn Bauchspeicheldrüsenkrebs bestrahlt wird

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Punktgenaue Bestrahlung kann die Überlebensaussichten verbessern.

Wenn Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs, der sich noch nicht in andere Organe ausgebreitet hat, nicht operiert werden (können), kann eine Strahlentherapie ihre Krankheit eindämmen. Dabei ist die stereotaktische Strahlentherapie in Kombination mit Chemotherapie offenbar eine gute Wahl, wie die Ergebnisse einer Studie in der Fachzeitschrift Cancer nahelegen.

In der Studie wurden die Daten von 14.331 Patienten analysiert, die an einem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse erkrankt waren und noch keine Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen aufwiesen. 38 Prozent von ihnen wurden allein mit Chemotherapie behandelt, 45 Prozent erhielten eine Chemotherapie kombiniert mit herkömmlicher Strahlentherapie, zweieinhalb Prozent Chemotherapie mit intensitätsmodulierter Strahlentherapie (IMRT) und 15 Prozent Chemotherapie mit stereotaktischer Strahlentherapie. 

Bei der IMRT wird der Tumor aus verschiedenen Einstrahlrichtungen bestrahlt, wobei die Strahlungsintensität während der Bestrahlung jeweils variiert. In einigen (gewünschten) Bereichen kommt es dadurch zu intensiven Strahlendosen, in anderen nicht. Auf diese Weise lässt sich gesundes Gewebe weitgehend schonen, während auf das Tumorgewebe eine hohe Strahlendosis trifft. Bei der stereotaktischen Strahlentherapie wiederum wird hochdosierte Strahlung auf einen kleinen, gegen benachbartes gesundes Gewebe klar abgegrenzten Bereich von mitunter wenigen Millimetern geschickt. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die Strahlung wiederum aus mehreren Richtungen kommt, sich die Strahlen im Zielvolumen treffen und zur Gesamtdosis addieren. Auch dies schont das umliegende gesunde Gewebe.

In der aktuellen Analyse zeigten sich die besten Überlebensdaten nach Chemotherapie plus stereotaktischer Strahlentherapie – in dieser Gruppe war nach 14 Monaten die Hälfte der Patienten verstorben, in der Gruppe mit intensitätsmodulierter Strahlentherapie und Chemotherapie war dies nach zwölf Monaten der Fall, in der Gruppe mit herkömmlicher Strahlentherapie und Chemotherapie nach elf Monaten und in der Gruppe mit alleiniger Chemotherapie nach zehn Monaten. Der Unterschied zwischen intensitätsmodulierter Strahlentherapie und stereotaktischer Strahlentherapie erwies sich nach Anpassung bestimmter Faktoren als nicht signifikant – die beiden Verfahren waren damit gleichwertig.

Bei Patienten mit nicht-operiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs, der noch nicht in andere Organe gestreut hat, sei die stereotaktische Strahlentherapie in Kombination mit Chemotherapie eine vielversprechende Behandlungsoption, so die Interpretation der Studienautoren.

 

Quelle:

de Geus, S. W. L. et al.: Stereotactic body radiotherapy for unresected pancreatic cancer: A nationwide review. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Juli 2017, DOI: 10.1002/cncr.30856

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Bauchspeicheldrüsenkrebs

Zurück

Aktualisiert am: 22.08.2017 16:14