Weniger Lungenkrebstote durch Passivrauchen

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Die in der Öffentlichkeit erhöhte Aufmerksamkeit für die gesundheitlichen Risiken des Rauchens trägt langsam Früchte: Die Zahl der wegen Passivrauch an Lungenkrebs Verstorbenen ist zurückgegangen.

Seit langem ist bekannt, dass auch das sogenannte Passivrauchen das Risiko für Lungenkrebs erhöht. Doch Wissenschaftler haben nun in der Fachzeitschrift International Journal of Public Health eine gute Nachricht zu vermelden: Die Zahl der auf das Passivrauchen zurückzuführenden Todesfälle an Lungenkrebs ging in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zurück.

Es ist kein leichtes Unterfangen, die Häufigkeit der auf Passivrauchen zurückgehenden Lungenkrebsfälle exakt zu bestimmen. Im Jahr 1994 gab es eine erste Untersuchung zu diesem Thema in Deutschland. Damals waren schätzungsweise 60 Prozent der Männer und 70 Prozent der Frauen im Privat- und/oder Arbeitsleben Passivrauch ausgesetzt, pro Jahr starben rund 400 Menschen an den Folgen von Lungenkrebs, obwohl sie selbst niemals aktiv geraucht hatten – eben, weil sie Passivrauch ausgesetzt gewesen waren. Der aktuellen Schätzung zufolge gehen nun „nur“ noch 167 Lungenkrebstodesfälle pro Jahr unter Niemalsrauchern auf das Konto des Passivrauchens – ein Rückgang um 58 Prozent. Im Jahr 2012 waren demnach noch knapp ein Viertel der nichtrauchenden Frauen und 40 Prozent der nichtrauchenden Männer Passivrauch ausgesetzt. 

Obwohl die Bevölkerung älter geworden ist, sank die Zahl der Todesfälle an Lungenkrebs, die Passivrauchen zuzuschreiben sind, zuletzt stetig. Dieser positive Trend, so die Studienautoren, sei auf einen allgemeinen Rückgang des Rauchens und einen verbesserten Nichtraucherschutz in den vergangenen Jahren zurückzuführen und müsse durch weitere Maßnahmen fortgeführt werden. Denn: Noch immer starben zuletzt jedes Jahr rund 47.000 Menschen an Lungenkrebs, darunter 41.000 Raucher und 6.000 Nichtraucher.

 

Quelle:

Becher, H. et al.: Estimating lung cancer mortality attributable to second handsmoke exposure in Germany. International Journal of Public Health, Onlinevorabveröffentlichung am 29. Juli 2017, DOI 10.1007/s00038-017-1022-1

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18