Weniger HPV-bedingte Gebärmutterhalskrebsvorstufen: Ausbreitung gestoppt

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Die Zahl an HPV-bedingten Gebärmutterhalskrebsvorstufen ist in den USA zurückgegangen. Auch nicht geimpfte Frauen profitieren offenbar.

Die Einführung der Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) trägt erste Früchte, die Zahl an Gebärmutterhalskrebs und schweren Vorstufen davon ging in einigen Ländern bereits zurück (s. Meldungen DKG vom 27.06.2018 und 10.10.2018). Nun berichteten auch Wissenschaftler aus den USA in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention über einen positiven Trend.

Die Forscher analysierten die Daten von Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren, bei denen eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs, eine sogenannte zervikale intraepitheliale Dysplasie Grad 2 bis drei, oder ein Adenokarzinoma in situ, also Krebs, der sich noch nicht über seinen unmittelbaren Entstehungsort hinaus ausgebreitet hat, (CIN2+) diagnostiziert worden war. Die Frauen wurden auf 37 HPV-Typen getestet, um herauszufinden, ob eine Infektion mit den Papillomviren der Grund für die bösartigen Veränderungen im Gebärmutterhals sein könnte. 

Unter 10.206 Fällen von CIN2+ fanden sich im Jahr 2008 noch knapp 53 Prozent Infektionen mit HPV16/18, den wichtigsten krebserregenden HPV-Typen, die auch von den Impfstoffen erfasst werden. Im Jahr 2014 betrug der Anteil nur noch 44 Prozent. Dieser Rückgang an HPV-positiven CIN2+ betraf sowohl geimpfte als auch ungeimpfte Frauen und alle Altersklassen zwischen 18 und 34 Jahren. Allerdings war er bei den geimpften Frauen sowie bei den jüngsten Frauen im Alter von 18 bis 20 Jahren am stärksten. 

Damit, so die Studienautoren, könne ein Rückgang HPV-bedingter schwerer Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs infolge der Einführung der Impfung gegen die Viren verzeichnet werden. Profitieren würden auch die ungeimpften Frauen: Den Rückgang bei ihnen führen die Forscher auf die sogenannte „Herdimmunität“ zurück: Wenn genügend Menschen in einer Population gegen einen Erreger geimpft sind, wird die Infektionskette unterbrochen oder verlangsamt, wodurch die weitere Ausbreitung des Erregers gestoppt ist.

 

Quelle:

McClung N M et al. Trends in Human Papillomavirus Vaccine Types 16 and 18 in Cervical Precancers, 2008–2014. A Systematic Review and Meta-analysis. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 21. Februar 2019, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-18-0885

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 17.07.2019 16:57