Weißfleckenkrankheit beim malignen Melanom: Bessere Prognose?

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Offenbar hängt die Entstehung dieser Nebenwirkung im Rahmen einer Immuntherapie mit Checkpointhemmern mit dem Immunsystem zusammen.

Unter einer Immuntherapie mit sogenannten Checkpointblockern bei schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, kann es zu einer „Entfärbung“ der Haut kommen: Unregelmäßige weiße bzw. wenig oder gar nicht pigmentierte Hautflecken, die Vitiligo oder auch „Weißfleckenkrankheit“ genannt werden. Tritt diese Nebenwirkung auf, ist die Prognose offenbar günstiger, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift American Journal of Clinical Dermatology berichteten.

Weshalb es zu einem Verlust des Hautpigments Melanin kommt, ist derzeit noch nicht bekannt. Aber neben anderen Faktoren werden auch Fehlregulationen des Immunsystems als Ursache vermutet. Genau hier könnte der Zusammenhang zu den Checkpointblockern bestehen, die das Immunsystem anregen, die Krebszellen stärker zu bekämpfen. Aber auch im Zusammenhang mit dem Melanom selbst kann es zu Vitiligo kommen. 

Die Forscher suchten in Datenbanken nach Studien, in denen das Auftreten von Melanom- bzw. Therapie-bedingter Vitiligo vermerkt worden war. Dabei stellten sie fest, dass die Ausgangsmechanismen bei den beiden Arten von Vitiligo gleich sind. Offenbar handelt es sich um eine Reaktion des Immunsystems auf sogenannte Antigene, die sich sowohl auf normalen Melanozyten der Haut als auch auf Melanomzellen befinden. Dies weiter zu untersuchen, so die Forscher, könne zu neuen Erkenntnissen bezüglich der Immunvorgänge beim Melanom führen. Womöglich ließen sich daraus neue Biomarker und therapeutische Angriffspunkte sowohl gegen das Melanom als auch gegen Vitiligo entwickeln.

 

Quelle:

Cohen BE et al. Vitiligo and Melanoma-Associated Vitiligo: Understanding Their Similarities and Differences. American Journal of Clinical Dermatology 2020,21(5):669-80

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 27.09.2021 08:08