Was Übergewicht mit Krebs zu tun hat

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Chronische Entzündungsreaktionen, die bei starkem Übergewicht im Gewebe entstehen, tragen vermutlich zur Krebsentstehung bei.

Verschiedene Krebsarten, etwa Brust- und Darmkrebs werden mit Fettleibigkeit (Adipositas) in Verbindung gebracht. Als Ursache werden schon seit längerem Entzündungsreaktionen vermutet, die in stark vermehrtem Fettgewebe ablaufen. Bestätigung für diese These lieferte jetzt ein Bericht in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology.

Demnach geht eine übermäßige Beladung von Fettzellen mit gestörten Funktionen dieser Zellen einher – sie unterliegen niedrigschwelligen chronischen Entzündungen und sterben früher als gewöhnlich. Dies kann die Prozesse zur Entwicklung von Brustkrebs und anderen Krebsarten befeuern, woraus sich auch die schlechtere Prognose von adipösen Patienten bei zum Beispiel Brustkrebs erklärt. Daneben spielen vermutlich auch die mit Fettleibigkeit oft einhergehenden Störungen wie Fettstoffwechselstörungen und Insulinresistenz mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) für die Krebsbeförderung eine Rolle. 

Sowohl lokale entzündliche Prozesse als auch die im Blut zirkulierenden entzündungsvermittelnden Botenstoffe wirken an der Entstehung von Krebs mit. Nach Ansicht der Studienautoren könnten Biomarker, die die durch Fettleibigkeit ausgelösten Entzündungsreaktionen anzeigen, helfen, gefährdete Personen rechtzeitig zu erkennen. Möglicherweise könnten auch Wirkstoffe gegen diese Entzündungen entwickelt werden, um die Krebsentstehung zu verhindern.

 

Quelle:

Iyengar, N. M. et al.: Obesity and Cancer Mechanisms: Tumor Microenvironment and Inflammation. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 7. November 2016, DOI: 10.1200/JCO.2016.67.4283

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35