Was tun bei Fatigue nach Hodenkrebs?

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Laut einer Studie bessern sich Fatiguebeschwerden, die nach einer Hodenkrebserkrankung auftreten, durch intensive körperliche Bewegung.

Die positiven Nachrichten zum Zusammenhang von intensiver körperlicher Bewegung und der Besserung von Fatiguebeschwerden, also chronischer Erschöpfung im Zusammenhang mit Krebserkrankungen reißen nicht ab. Auch Patienten mit Hodenkrebs hilft es einer neuen Studie in der Fachzeitschrift British Journal of Cancer zufolge, wenn sie, nachdem sie die Krebstherapien überstanden haben, regelmäßig Sport treiben.

An der Studie beteiligten sich 63 Patienten, die eine Erkrankung an Hodenkrebs überlebt hatten. Bei der Hälfte von ihnen war die Diagnose bereits sieben Jahre her, und dennoch litten sie noch immer unter Fatigue. Beim chronischen Erschöpfungssyndrom erleben die Betroffenen anhaltende Ermüdungs- und Erschöpfungszustände, die in keinem Verhältnis zur vorangegangenen Aktivität stehen und auch nach angemessenen Ruhepausen nicht verschwinden. Die Studienteilnehmer erhielten ein zwölf Wochen dauerndes intensives und begleitetes Sportprogramm oder eine normale Betreuung. 

99 Prozent der Teilnehmer am Sportprogramm zogen dieses auch tatsächlich durch, 98 Prozent der geplanten Trainingsintensität wurden erreicht. In der Sportgruppe verbesserten sich die Fatiguebeschwerden signifikant, gleichzeitig besserten sich auch das Selbstwertgefühl der Betroffenen sowie in mehreren Bereichen die gesundheitsbezogene Lebenserwartung. Die positiven Effekte auf die Fatigue und die Vitalität der Patienten hielten bis zu drei Monate lang nach dem Training an. Besonders stark fielen sie bei Patienten aus, die vorher einen eher inaktiven Lebensstil gepflegt hatten und eine geringe Fitness sowie höhere Testosteronwerte aufwiesen.

Bei dem Training hatte es sich um ein hochintensives Intervalltraining gehandelt, bei dem die Teilnehmer abwechselnd jeweils zwei Minuten auf dem Laufband eine starke Steigung wie beim Bergsteigen bewältigen mussten, und sich anschließend jeweils zwei Minuten lang beim ruhigen Gehen auf „gerader“ Strecke erholen konnten.

 

Quelle:

Adams S C et al. Effects of high-intensity interval training on fatigue and quality of life in testicular cancer survivors. British Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 8. Mai 2018, doi:10.1038/s41416-018-0044-7

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.09.2018 13:53